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Rostock : Reutershäger bestehen auf Frische-Markt

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Wegen der Bauarbeiten sollen Händler weichen. Ortsbeirat und Großmarkt in Verhandlung mit Planern #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 26.Jul.2017 | 12:00 Uhr

Es riecht nach frischem Brot, nach Fisch und Fleisch, nach Obst und Gemüse im Zentrum Reutershagens. Jeden Morgen stehen die Händler mit Waren auf dem Markt. Viele Stammkunden sind früh da, um sich die besten Stücke zu sichern und zu plauschen. Doch das könnte bald vorbei sein, denn die Fläche wird seit Ende Mai grundsaniert. Während der Bauarbeiten sollen die Händler ganze acht Monate lang vom Markt verschwinden – so zumindest der aktuelle Plan der Stadtverwaltung, der in der jüngsten Ortsbeiratssitzung vorgestellt wurde.

„Der Markt ist immer sehr gut besucht. Wochen- oder monatelange Ausfälle sind nicht vertretbar“, sagt Großmarkt-Chefin Inga Knospe. Das meint auch Mandy Kurth: „Es wäre schwierig. Denn wo sollen wir sonst hin“, fragt sich die Blumenhändlerin, die seit 14 Jahren in Reutershagen ihre Waren anbietet. Eine adäquate Fläche in der Nähe gebe es nicht. Der zeitweilige Platzverweis könnte überhaupt das Ende des Marktes in Reutershagen bedeuten, denn die Händler müssten andere Standorte suchen. „Danach würden sie aber nicht zurückkommen“, sagt Inga Knospe, weil sie sich woanders neue Stammkundschaft etabliert hätten.

Auch der Ortsbeirat steht der Planung kritisch gegenüber: „Der Markt gehört seit Jahrzehnten zum Geschehen des Stadtteils. Ihn zu verlieren, wäre völlig inakzeptabel“, sagt der Vorsitzende Peter Jänicke (Linke). So sei es denkbar, da der Platz in Teilen saniert wird, die Händler entsprechend wandern zu lassen.

Eine Lösung, die auch die Großmarkt-Chefin favorisiert. Sie sei guter Dinge, dass eine einvernehmliche Lösung gefunden werde. Die strebt auch die Stadt an, so Heike Schröder aus dem Amt für Verkehrsanlagen. „Auf dem ersten Bauabschnitt, der gerade bearbeitet wird, entstehen die Flächen für den Busverkehr – da können die Händler natürlich nicht stehen“, sagt Schröder. Denkbar sei es jedoch, dass die Marktleute innerhalb der zweiten Teilfläche „wandern“ würden, wenn diese bearbeitet wird. Allerdings müsse auch die Zufahrt zur Reuterpassage gesichert bleiben. Die Möglichkeiten wollen die Bauplaner jetzt mit Markt-Chefin Knospe erörtern, so Schröder. „Vor Juni 2019 geht es auf dem Teil aber definitiv nicht los“, versichert die Verkehrsplanerin. Bis dahin seien die Wasserversorgung und der Zugang zu Toiletten für die Händler in Absprache mit den Inhabern der Reuterpassage gesichert, so Schröder.

Von der Forderung, eine öffentliche Toilette auf dem Markt zu etablieren, ist der Ortsbeirat zurückgewichen. „In der Passage gibt es ja Möglichkeiten“, sagt Gremiumschef Jänicke. Die SPD-Fraktion macht sich aber weiter für das Vorhaben stark. „Der Markt soll das Ortszentrum sein und dazu gehört auch eine öffentliche Toilette“, sagt Bürgerschaftsmitglied Christian Reinke. Gerade abends und an Wochenenden könne die Passage nicht genutzt werden.

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