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#wirkoennenrichtig heimat : Reeder und Finanzexperte

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostock in Zahlen: Bank machte 26 Millionen unter Verwaltungsrat August Burchard

svz.de von
erstellt am 13.Mär.2017 | 15:00 Uhr

610 Nach dem „Alphabetische(n) Verzeichnis der deutschen Kauffahrteischiffe“ von 1876 wurde unter der laufenden Nr. 610 der Rostocker Reeder August Burchard mit einem Handelsschiff registriert. Der Segler wurde im Jahre 1875 erbaut und wurde zur Zeit vom Schiffer F. A. Frettwurst aus Dänendorf geführt. Die Besatzung bestand aus dreizehn Seeleuten. Aber August Burchard war nicht nur ein bekannter Rostocker Reeder. Er stammte aus einer einflussreichen und weit verzweigten Rostocker Kaufmanns- und Handelsfamilie des 19. Jahrhunderts.

Unter ihnen waren Persönlichkeiten, die sich mit Rat und Tat insbesondere für die Stadtgeschäfte zum Beispiel als Senatoren einsetzten. August Burchard gehörte der jüngeren Generation an und er widmete sich auch der modernen Finanzwirtschaft.

Seit 1850 arbeitete in der Seestadt die Rostocker Bank. Nach dem ersten Geschäftsbericht 1850-51 belief sich der Gesamtumsatz auf 6 018 620 Taler und der Reingewinn auf 11 571 Taler. Im Geschäftsjahr 1860-62 betrug der Gesamtumsatz schon 26 519 140 Taler. Die Bank erwarb das Recht, Noten auszugeben, die aber nur für Mecklenburg Gültigkeit hatten und deren Gesamtsumme nicht die Höhe des Stammkapitals von 1 Million Talern übersteigen durfte. Die mecklenburgische Staatsregierung übte das Recht der Oberaufsicht aus.

An diese Konzession und zur „Zettelbank“ (Wechsel) knüpfte sich die wirtschaftliche Hoffnung des Unternehmens und der Aktionäre bis zur Reichsgründung. In jenen Jahren war Konsul August Burchard in den Verwaltungsrat der Rostocker Bank gewählt worden und hatte wie seine Kollegen schwierige Entscheidungen zu treffen. Mit dem neuen Bankgesetz von 1874 errang die neu gegründete Reichsbank höchste Priorität und Förderung und die relativ guten Zeiten für regionale Banken, zumindest aus steuerlicher Sicht, gehörten der Vergangenheit an. Im Jahr 1875 verzichteten 13 deutsche Notenbanken auf ihr Privileg, unter ihnen auch die Leipziger Bank und die Rostocker Bank. Bis zum Jahr 1877 war die Zahl der deutschen Privatnotenbanken von 32 auf 17 zurückgegangen.


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