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Rostock : Rathaus streicht Geld für die Sanierung von Straßen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Stadt will Bau der Ulmenstraße und Verlängerung Mecklenburger Allee für Erschließung Thierfelderstraße opfern. #wirkoennenrichtig

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erstellt am 28.Mär.2017 | 12:00 Uhr

Um die Erschließungskosten für das geplante Wohngebiet Thierfelderstraße aufzubringen, will das Rathaus den Ausbau der Mecklenburger Allee und den letzten Sanierungsabschnitt der Ulmenstraße opfern. Die zusammen 2,1 Millionen Euro sollen nun für einen entsprechenden Vertrag eingesetzt werden, erklärte Bausenator Holger Matthäus (Grüne) in der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses: „Die Wiro wird vorfinanzieren, wir müssen aber eine Deckung aufzeigen.“

In der Folge würde sich die Sanierung der Ulmenstraße zwischen Fritz-Reuter-Straße und Saarplatz mindestens um ein Jahr auf 2020/21 verschieben – falls sie dann überhaupt noch kommt, kritisiert Ausschussmitglied Thoralf Sens (SPD): „Die Ziolkowskistraße in der Südstadt wurde auch mal als Deckungsquelle genommen, da musste der Ortsbeirat sehr darum kämpfen, dass sie jetzt wenigstens 2019/20 mal gemacht wird.“

Auf die mündliche Zusage der Verwaltung, dass das Geld im nächsten Haushalt der Stadt berücksichtigt werde, wollen er und die anderen Mitglieder sich daher nicht verlassen. Sie lehnten den Rathaus-Plan mehrheitlich ab. „So kann man dem nicht zustimmen, so werden Versprechen gegenüber den Bürgern gebrochen“, begründet Sens.

Ähnlich sieht es KTV-Ortsbeiratschefin und Ausschussmitglied Anette Niemeyer (Aufbruch 09): „Das Geld ist nicht geschoben, es ist weg.“ Wie sie wirft auch Henning Wüstemann (Grüne) der Verwaltung eine generelle Fehlplanung vor. „Die Thierfelderstraße ist ja nicht vom Himmel gefallen, das Geld für die Erschließung hätte man rechtzeitig einstellen müssen“, sagt er. Und der Fehler wiederhole sich, kritisiert Niemeyer. Denn auch für andere geplante Wohngebiete wie das Werftdreieck sei noch kein Geld bereitgestellt. „Künftig müssen wir als Stadt anders steuern“, räumt Senator Matthäus ein. Aber „an der Stelle halte ich es für vertretbar“.

Die 350 000 Euro für die Verlängerung der Mecklenburger Allee würden dort ohnehin vorerst nicht benötigt. Aufgrund „extrem schwieriger Eigentumsverhältnisse bei den Grundstücken“ und Problemen bei der Anbindung in Elmenhorst würden sich die Planungen um mindestens zwei Jahre verschieben. Und vor der Freigabe der 1,75 Millionen Euro für die Ulmenstraße sei es sinnvoll, erst die Umbaupläne für den Ulmenmarkt sowie die Erweiterung des Uni-Campusses Ulmicum abzuwarten. Sollte letztere vor 2022 erfolgen, sei eine weitere Verschiebung der Ulmenstraßensanierung denkbar, so Matthäus. Denn dann könnten ihr letzter Abschnitt, der Ulmen- und der Saarplatz in einem Rutsch hergerichtet werden.

In der Thierfelderstraße sollen rund 300 Wohnungen entstehen.

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