Heimatmuseum Warnemünde : „Pudding gab es immer sonntags“

Im Depot des Heimatmuseums hat Hanne Hoppe den Blechtopf entdeckt. Es ist eine klassische, in vergangenen Zeiten vielfach verwendete Puddingform mit fest schließendem Deckel.
Im Depot des Heimatmuseums hat Hanne Hoppe den Blechtopf entdeckt. Es ist eine klassische, in vergangenen Zeiten vielfach verwendete Puddingform mit fest schließendem Deckel.

Schätze aus dem Heimatmuseum: Eine besondere Form diente zum Kochen der beliebten Süßspeise #wirkoennenrichtig

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21. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Beim Rundgang durch das Depot des Heimatmuseums Warnemünde springt Hanne Hoppe ein merkwürdiges Blechgefäß ins Auge. Was mag das wohl sein? Eine Kuchen- oder eine Puddingform? Aber mit Deckel? „Museumsleiter Christoph Wegner hat ins Archiv geschaut und schon war klar: Es ist tatsächlich eine alte Puddingform“, sagt die Schriftführerin des Museumsvereins. Vermerkt ist in den Unterlagen auch, dass im Jahr 1992 eine Rostocker Familie das aus den 1930er- Jahren stammende Gefäß dem Heimatmuseum übergeben hat. Tatsächlich handelt es sich bei dem nach unten zulaufenden Topf aus Blech um eine klassische, in vergangenen Zeiten vielfach verwendete Puddingform für warm gegarte oder gebackene Puddinge, die einen fest schließenden Deckel hat. Dieser ist ebenso wie der Topf aus Feinblech geprägt, wobei die einzelnen Teile durch Bördeln fest und dicht miteinander verbunden sind. Damit beim Puddingkochen nichts herauslaufen kann, verfügt der Deckel über eine praktische Arretiervorrichtung. „Schaut man sich diesen Topf genauer an, sieht man in der Mitte eine Art Ke-gelzapfen, der bis in die Höhe des oberen Randes führt. Wozu ist dieser gut?“, überlegt Hanne Hoppe, die neben ihrem Job Hausfrau und lei-denschaftliche Pudding-Zubereiterin ist.

Beim Betrachten des Top-fes wird schnell klar, dass durch diesen nach außen und unten offenen Kegel die Hitze des umgebenden Kochwassers in den mittleren Bereich des Puddings gelangen und ihn schön und gleich-mäßig durchgaren kann.
„Pudding ist für mich seit meiner Kindheit etwas Be-sonderes. Diese Süßspeise gab es immer sonntags. Fortgesetzt habe ich diese Tradition in meiner Familie. Unsere Kinder haben genauso gern wie ich Schoko-Pudding mit Vanillesoße gegessen. Und heute schmeckt er unseren Enkeln ebenfalls. Klar, dass das leckere Dessert zu Weihnachten nicht fehlen wird. Auch wenn ich es nicht in solch einem Blechgefäß, sondern in einer Keramikform zubereiten werde“, verrät die Warnemünderin.

Im Besitz des Warnemünder Heimatmuseums befinden sich mehr als 20 verschiedene Puddingformen. Die meisten sind aus Steingut und Keramik. Das Sammelsurium wurde vorwiegend in den 1920er- bis 1970er-Jahren teils auch in der DDR hergestellt und stammt beispielsweise aus Warnemünder Hotels.



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