Landgericht Rostock : Prostituierten-Prozess fortgesetzt

Der Prozess wird am 9. Oktober weitergeführt.
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Der Prozess wird am 9. Oktober weitergeführt.

Drei Syrer sollen eine Frau und ihren Verlobten bedroht und ausgeraubt haben. Verteidiger stellen neue Beweisanträge #wirkoennenrichtig

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27. September 2017, 21:00 Uhr

Der Prozess gegen die Syrer Basem B. (30), Mohamed M. (19) und Ahmed J. (20) wegen schweren Raubes ist gestern nach dreiwöchiger Pause fortgesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft legt ihnen zur Last, in der Nacht des 1. Februar 2017 die ungarische Prostituierte Viktoria M. (21) in der Neuen Werderstraße überfallen und ausgeraubt zu haben. Dabei soll Basem B. ihr ein langes Messer an die Kehle gesetzt und einen Diamantring im Wert von 1800 Euro vom Finger gezogen haben. Der aus dem Nebenzimmer herbeieilende Verlobte von Viktoria M. wurde am Eingreifen gehindert, da die beiden Mitangeklagten die Zimmertür zuhielten.

Die Täter sollen auch noch zwei Handys und 1550 Euro Bargeld erbeutet haben. Diesen Ablauf der Tat hätten ihm Viktoria M. und auch ihr Verlobter so beschrieben, bestätigte gestern Kriminalkommissar Robert H. Sie hätte in der Nacht noch einen Kunden erwartet und als es an der Tür klingelte, hätte sie ohne nachzusehen geöffnet – in der Annahme, dass es ihr Freier war. Hinein stürmten jedoch die drei Männer, berichtete er weiter.

Die Angeklagten bestreiten die Tat. Nur Basem B. hat sich bis jetzt über seinen Anwalt zum Verfahren, aber nicht zur Tat eingelassen. So äußerte er sein Unverständnis, dass es in Deutschland einer Prostituierten erlaubt sei, eine solche Anzeige zu erstatten, die ihn für Jahre ins Gefängnis bringen würde. In ihrer ersten polizeilichen Vernehmung hatten alle drei Angeklagten zugegeben, in der Tatnacht in der Wohnung der Viktoria M. gewesen zu sein. Basem B. hätte ihre Dienste in Anspruch genommen, aber wegen der anschließenden Bezahlung hätte es Streit mit der Frau und ihrem Verlobten gegeben. Er hätte Mohamed M. und Ahmed J. telefonisch aufgefordert, ihm zu Hilfe zu kommen, gaben alle drei an. Einen Raub hätten sie nicht begangen.

Die Verteidiger stellten gestern zehn weitere Beweisanträge, die die Glaubwürdigkeit der Aussagen des Opfers in Zweifel ziehen sollten. So machten sie auf Widersprüche in den Aussagen aufmerksam, beantragten neue Gutachten über DNA-Spuren zum Beispiel von den Türklinken und hielten es für möglich, dass Viktoria M. und ihr Verlobter bereits in ihrem Heimatland Ungarn Straftaten begangen haben, was beide in ihrer Zeugenvernehmung vor Gericht verneint hatten.

Auf die Spur der Angeklagten waren die Ermittler durch den Freund der Ungarin gekommen, der Basem B. schon einmal in einer Rostocker Videothek begegnet sein will. Der entscheidende Hinweis kam aber von den Videothek-Angestellten, die den 30-Jährigen auf der Videoüberwachung erkannten. Der Prozess wird am 9. Oktober fortgesetzt.

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