Papendorf : Pflügertag besticht durch Tradition

Beim Pflügertag in Papendorf hatten die Pferdegespanne – hier Erich Prüter aus Dummerstorf – bei den Besuchern die Nase vorn. Doch auch die Traktoren und Technik waren Gesprächsthemen beim Ackern.
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Beim Pflügertag in Papendorf hatten die Pferdegespanne – hier Erich Prüter aus Dummerstorf – bei den Besuchern die Nase vorn. Doch auch die Traktoren und Technik waren Gesprächsthemen beim Ackern.

Pferdegespanne, Traktoren und Oldtimer begeistern Besucher in Papendorf. Historie und Bedeutung für die Landwirtschaft im Fokus #wirkoennenrichtig

svz.de von
24. April 2017, 12:00 Uhr

Traditionen wollen auch in der Landwirtschaft gepflegt werden, da waren sich die Teilnehmer des 26. Pflügertages einig. Der Einladung zum Wettbewerb waren am Sonnabend vier Pferdegespanne, zwei Oldtimer und 16 Trecker auf den Papendorfer Erbsenacker gefolgt. Ausrichter der Veranstaltung war der Landwirt und Vorsitzende der Agrargenossenschaft Steven Hirschberg. „Das bringt etwas Leben ins beschauliche Dorf und wir dürfen in diesem Jahr sogar einen Rekord an Teilnehmern verzeichnen“, so der 28-Jährige.

Die Hauptattraktion waren bei den Besuchern die Pferdegespanne. Diese zeigten auf, wie mühsam die Landwirtschaft in früheren Jahren gewesen sein muss. Nicht uninteressant war auch die praxisrelevante moderne Technik. Zwischen den neuen Traktoren durften die Landwirte bei Grillwurst und Bier eifrig fachsimpeln. „Es ist immer eine interessante Angelegenheit, wie sich die Technik im Laufe der Jahre so entwickelt“, beschreibt Gerd Hückstädt aus Güstrow seine Ambitionen, den Sonnabend auf einem Papendorfer Acker zu verbringen. Schautafeln vermittelten den Besuchern zusätzlich viele Informationen zur Historie und Bedeutung des Pflügens. Dazu sind viele theoretische und praktische Kenntnisse notwendig. „Die möchten wir heute unseren Besuchern zeigen“, sagt Hirschberg. Für die Kinder war es ebenfalls ein Erlebnis. Sie durften die Landwirte mit Fragen löchern oder beim Ponyreiten selbst mal in den Sattel steigen. Im Laufe des Vormittags folgte der Pflüger-Wettbewerb in zwei Kategorien: dem Beet- und dem Drehpflügen. Vorab waren die Parzellen auf dem Papendorfer Erbsenacker verteilt worden. Schließlich begann die Pflugeinstellung auf der Trainingsfläche.

Bei dem Wettbewerb war es auch den Auszubildenden erlaubt, ihre erlernten Fähigkeiten auf den Prüfstand zu stellen. Unter den zwölf Wertungskriterien der Jury waren beispielsweise eine gerade und gleichmäßige Furchentiefe sowie der Gesamteindruck in der Ausführung. Für die Überschreitung der Wettbewerbszeiten oder Nichteinhaltung der Parzellengrenzen mussten die Teilnehmer Punktabzüge in Kauf nehmen. Die besten Plätze durften sich über Pokale, Urkunden und Sachpreise freuen. Beim traditionellen Pferdepflügen siegte Peter Kautz, gefolgt von Jens Suhr und Erich Prüter. In der Kategorie Beetpflügen verteidigte Heiko Hardt seinen Titel. Auf den Plätzen folgten Christopher Schriefer und Hannes Bleck. Auch beim Drehpflügen gewann der Vorjahressieger: Christian Woronowicz ließ Mathias Severin und Till Sönholz hinter sich.

Mit dem diesjährigen Wettstreit, dem Besucherinteresse und dem Teilnehmerrekord war auch Susann Baltzer sehr zufrieden. „Ich musste sogar Interessenten absagen, weil die Fläche nicht für noch mehr Teilnehmer gereicht hätte“, so die Geschäftsführerin des Bauernverbandes Bad Doberan. Dass der beliebte Pflügertag auch 2018 stattfinden wird, steht bereits fest. Nur der Austragungsort ist noch offen. „Dazu werde ich erst einmal unsere Mitglieder abfragen“, sagt Baltzer.

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