#wirkoennenrichtig altern : Paul erleichtert Älteren das Leben

Viel Publikum lauscht Monika Schmidt (vorne, Mitte), die auf den Film „Intelligent leben“ des VdK einstimmt.
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Viel Publikum lauscht Monika Schmidt (vorne, Mitte), die auf den Film „Intelligent leben“ des VdK einstimmt.

Intelligente Assistenzsysteme steuern Licht, Fernseher, überwachen die Tür und rufen Familienfotos auf

svz.de von
10. Mai 2017, 17:00 Uhr

Im Kolping-Begegnungszentrum Lichtenhagen hat kürzlich der vierte Senioren-Informationstag stattgefunden. Der große Raum in der ersten Etage war bis zum letzten Platz gefüllt, als Rainer Fabian als Leiter des Begegnungszentrums und Monika Schmidt vom Seniorenbeirat die Anwesenden begrüßten und das Programm vorstellten.

Fit sein auch im Alter und so lange wie möglich in den vertrauten vier Wänden wohnen bleiben – das ist der Wunsch der meisten Menschen. Aber viele Ältere benötigen dazu Partner und Hilfsmittel. Angebote dafür gibt es unzählige, man muss sie nur kennen und Gebrauch von ihnen machen. Deshalb waren sie gekommen: die Vereine und Verbände, die Wohnungsunternehmen, der Mieterverein und die Verbraucherzentrale, Apotheke und Physiotherapie. Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Rainer Albrecht lud zum Gespräch ein. Kindertanzgruppe und das Kolping-Café mit selbst gebackenem Kuchen sollten das i-Tüpfelchen des Nachmittags werden. Doch schon der 30-minütige Film, der zu Beginn der Veranstaltung gezeigt wurde, war so beeindruckend, dass die Anwesenden mit starkem Beifall dankten. „Intelligent leben – Technische Hilfen im Alter“ – ein Film des Sozialverbands VdK Bayern, der die technischen Systeme zeigt, die einen Teil der Alltagstätigkeiten erleichtern oder übernehmen können. Er stellt Konzepte, Produkte und Dienstleistungen vor, die die Lebensqualität von Behinderten, aber besonders der älteren Menschen erheblich verbessern können. Paul – ein Initialwort, das für Persönlicher Assistent für unterstütztes Leben steht – ist ein System, das derzeit von älteren Menschen getestet wird und Wunderdinge vollbringen kann. Wer technische Grundkenntnisse besitzt, verkabelt ist und den Preis von zurzeit etwa 4000 Euro aufbringen kann, wird an Paul seine Freude haben. Fieberhaft wird daran gearbeitet, den Preis zu senken und das System noch mehr an die Bedürfnisse der Älteren anzupassen. In Größe eines Tablets kann der Benutzer per Fingerdruck die verschiedensten Aufgaben abrufen: Licht an- und ausschalten, Familienfotos ansehen oder skypen. Paul zeigt, wer an der Tür geklingelt hat, erinnert an Tabletteneinnahme oder bedient den Fernseher so, dass auch bei Schwerhörigkeit das Programm auf Zimmerlautstärke zu hören ist. Zukunftsmusik? Ja, aber Architekten und Wissenschaftler, Industrie und Handwerk arbeiten daran, dass solche Assistenzsysteme bald so selbstverständlich werden, wie für uns heute ein Auto ohne Schaltung und Kupplung ist. Ein weiteres Modell gibt es unter dem Namen Sophia. Über 3000 Menschen nutzen es bereits, um der Vereinsamung entgegenzuwirken. Die Sophia-Uhr am Handgelenk erfasst selbstständig, wenn Hilfe gebraucht wird – zum Beispiel bei Stürzen, panischen Reaktionen – oder wird als Kommunikationsmittel genutzt, wenn der ältere Mensch Gesprächsbedarf hat. Sophia soll wie eine gute Freundin fungieren und dadurch auch betreuende Angehörige entlasten. Übrigens, dieser Film ist auch im Internet anzusehen. Einfach „VdK TV Intelligent leben“ in die Suchmaschine eingeben.

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