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#wirkoennenrichtig heimat : Ostern fröhlich feiern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Zum Osterfest hat Markus Kiss, Pastor der Südstadtgemeinde eine Gastkolumne für die NNN geschrieben.

Die Tage werden merklich länger und die Nächte verkürzen sich. Schon stiehlt sich der eine oder andere Sonnentag zwischen kühlere Alltage. Wenn wir hinsehen, finden wir das wachsende Grün: das Gras, die Hecken und Bäume, auch die ersten Blumen. Dies alles können wir mit unseren Sinnen wahrnehmen: Wir sehen das Grün, den Morgennebel und die Sonne, wir riechen mit der Nase die Frühlingslüfte und die Feuchtigkeit, wir spüren Kälte und Wärme. Im Jahreslauf fällt dieses Grünen zusammen mit dem Osterfest: Ostern fällt in den wärmenden Frühling mit dem frischen Grün und blumigen Düften: Genauso wie wir den Frühling jetzt gerade erleben können – mit etwas Wetterglück.

Diesen Wandel um uns herum erleben viele Menschen. Auch diejenigen Menschen erleben ihn, die nicht getauft sind, oder sich religiös nennen. Diesen Wandel können wir alle sehen, riechen, spüren. Das, worauf Christen sich während der Fastenzeit vorbereiten, das können wir nicht sehen. Zwar gibt es die Berichte der Bibel, aber wir sind keine Augenzeugen. Unglaublich genug ist es ja, was da steht: Der Tod hat NICHT das letzte Wort?! Liebe ist stark wie der Tod?! Es gibt Hoffnung im größten Dunkel?! Augenzeugen sind wir alle nicht, und darum heißt es auch vom (Oster)-Glauben: Glaube aber ist: Feststehen, in dem was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht. (Hebräerbrief 11,1). Und damit wird eines der größten Geheimnisse der christlichen Religion ausgesprochen: Das Vertrauen auf das Unsichtbare, das Hoffen auf den Sieg über den Tod – obwohl es dafür keine Beweise gibt, die unsere fünf Sinne bezeugen könnten.

Wer jetzt vielleicht denkt– Wie blauäugig! Wie naiv! Bleiben wir doch realistisch! – der blendet aus: Wie sichtbar oder fassbar sind denn die Grundlagen, die das Leben aller Menschen erst lebenswert machen? Freundschaft, Liebe zu einem anderen Menschen, Zusammenhalt in der Familie – all das kann man direkt ebenfalls nicht sehen und betasten. Zwar gibt es Ehe – und Verlobungsringe, Eheverträge und Ehepolicen – aber was ist all das wert, wenn kein Vertrauen da ist. Nichts ist es wert.

Unsichtbar ist die Basis von Vertrauen und Liebe, von Freundschaft: Mit den Händen kann man es nicht greifen, mit den Augen nicht sehen. Ostern feiern wir genau das: Vertrauen auf das Unsichtbare, Feststehen in dem, was wir hoffen: Dass es gut werden möge auf dieser Welt und den Menschen, die wir lieben. Dass es besser werden möge. Dass das Dunkel nicht siegen wird, sondern das Licht der aufgehenden Sonne über einem leeren Grab: Der Tod ist nicht das Ende – eine uralte Menschheitshoffnung. Wie wäre das, wenn das wahr ist? Wie gut tut das wohl der Seele!? Wie fröhlich könn(t)en wir dann sein?

Das wäre ein guter Grund zum Feiern! Raus aus dem Dunkel, rein in das Licht! Wenn die Sinne das Eingangstor zu unserer Seele sind, dann sollten wir sie Ostern kräftig feiern: Mit Essen, Trinken und Tanz. Denn dann können wir die Natur um uns herum heiter erleben: das frische Grün, das helle Morgenlicht, die buntgekleideten Menschen, die langen warmen Tage, die kommen werden – weil Ostern ist. Dass Sie das Osterfest in diesem Sinne fröhlich feiern, das wünsche ich Ihnen und Gottes Segen dazu!

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