Mittelmole : Ortsbeirat lehnt Wirotel-Pläne ab

Das frühere Scandlines-Hochhaus und jetzige Wiro-Gebäude im Herzen der Mittelmole soll als Wirotel für junge Leute umgebaut werden. Der Ortsbeirat von Warnemünde hat aus verschiedenen Gründen Bedenken.
Das frühere Scandlines-Hochhaus und jetzige Wiro-Gebäude im Herzen der Mittelmole soll als Wirotel für junge Leute umgebaut werden. Der Ortsbeirat von Warnemünde hat aus verschiedenen Gründen Bedenken.

Bestandsschutz und fehlende Planungen in der Kritik. #wirkoennenrichtig

svz.de von
10. Mai 2017, 05:00 Uhr

Eigentlich klang es vor Monaten ziemlich plausibel, das Projekt Wirotel des Wohnungsunternehmens Wiro. Im ehemaligen Scandlines-Gebäude wollte das Wohnungsunternehmen ein Wirotel als Jugendwohnheim mit 56 Zimmern, 120 Betten und einer Außentreppe errichten. Das Vorhaben an der Adresse Am Bahnhof 3a wollte sich die Wiro eine stattliche Summe kosten lassen. Alles in allem klangen die geplante Umnutzung und der Umbau eines Bürogebäudes zu dieser Beherbungsstätte wie ein Durchwinker im Ortsbeirat Warnemünde.

Für das Bauvorhaben und den Bauantrag sollte gestern im Ortsbeirat Warnemünde das Einvernehmen der Gemeinde hergestellt werden. Das erste Erstaunen im Saal kam auf, als Karen Wolter, Sachgebietsleiterin vom Bauordnungsamt das Projekt kurz vorstellte. Vom Tisch war die Idee der reinen Nutzung als Wirotel für Azubis, Studenten und Monteure. Es klang eher wie eine Hotelnutzung mit integrierter Unterbringung von Azubis. „Das hängt damit zusammen, dass ein Dauerwohnen an diesem Standort nicht zulässig ist“, lenkte Christian Jentzsch von der Wiro ein. Arndt Zintler vom Bauausschuss wies nach Studium des Bauantrages darauf hin, dass es nicht mehr als eine miniaturgroße Eingangssituation mit sparsamen Empfang und nur einem Mehrzweckraum im Eingangsbereich und Dachgeschoss gibt. Die Zimmer sind auf das Minimalste reduziert, es gibt nur ein Bett und Sanitärzelle. Die Mitglieder des Bauauschusses meinen, dass die Nutzungsentwicklung des ehemaligen Scandlines-Hochhauses an die sinnvolle Entwicklung des Standorts Mittelmole gebunden werden muss. Zintler und der Ortsbeirat plädierten dafür, dass für die Mittelmole dringend eine Masterplankonzeption benötigt wird, um ein städtebaulich funktionelles Konzept mit Zukunftssicherheit realisieren zu können. Der Ortsbeirat lehnte das Wirotelvorhaben in dieser Form einstimmig ab.

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