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Debatte in Rostock : Orchester-Tarif: Parteien bleiben hart

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Arbeitsgericht verschiebt Urteil über Kündigung. Förderverein startet Petition. #wirkoennenrichtig

Die Musiker der Norddeutschen Philharmonie Rostock müssen weiter um ihre Jobs zittern. Das für gestern erwartete Urteil des Arbeitsgerichts Rostock im Prozess um den gekündigten Haustarifvertrag des Orchesters blieb aus. Stattdessen soll es nun am 28. April fallen. Bei der Verhandlung beharrten beide Parteien auf ihren Positionen. Die Deutsche Orchestervereinigung (DOV) als Klägerin sah den 2014 geschlossenen Haustarifvertrag als nicht erfüllt an, da seit April 2016 inzwischen fünf Stellen nicht nachbesetzt worden seien.

In dem bis 2020 angelegten Vertrag hatten die Musiker unter anderem auf Gehalt verzichtet, was mit einer gesenkten Arbeitszeit ausgeglichen wurde, wie Volkstheater-Sprecherin Ute Fischer-Graf erklärt. Im Gegenzug war der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sowie die Nachbesetzung frei werdender Stellen vereinbart worden. Obwohl es durchaus Neubesetzungen gab, sind nach wie vor fünf Stellen im Ensemble unbesetzt. Dem Vorsitzenden der Philharmonischen Gesellschaft, Thomas Diestel, zufolge, sind davon unter anderem drei Stellen für Solo-Instrumente betroffen.

„Verträge sind einzuhalten“, betonte der DOV-Anwalt. Der Rechtsbeistand der beklagten Volkstheater Rostock GmbH vertrat dagegen die Ansicht, dass es ein unzulässiger Eingriff in die unternehmerische Freiheit eines Kunstbetriebs sei, wenn dieser zur Besetzung von Stellen verpflichtet sei. Zudem hätten sich seit 2014 die Umstände am Theater dramatisch verändert.

Derweil hat Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) bereits eine Teilkündigung des Haustarifs zum 31. Juli veranlasst. Diese bleibt seinen Angaben zufolge bestehen, obwohl die Bürgerschaft sie gestern mehrheitlich ablehnte. Der Aufsichtsrat der Bühne hatte die Teilkündigung empfohlen, um finanzielle Risiken zu vermeiden. Allerdings würde mit dem Haustarif auch der Kündigungsschutz für die verbliebenen 68 Musiker wegfallen – und somit der Weg frei werden für die von Intendant Joachim Kümmritz angedachte Verkleinerung der Philharmonie auf maximal 59 Musiker.

Die Philharmonische Gesellschaft läuft dagegen Sturm. Der Verein hat eine Petition gegen Kürzungen am Orchester gestartet, die die Mitglieder der Landesregierung überreichen wollen.

Für das Sommertheater jedenfalls ist die Philharmonie fest eingeplant. Gestern präsentierten Intendant Kümmritz und sein Team die Pläne für die Halle 207.

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