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Rostock : Nordwesten will sein Traditionsschiff behalten

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Ortsbeiräte des Nordwestens plädieren für Standort in Schmarl und endlich dessen Entwicklung. Die komplette maritime Ausstellung habe im Stadthafen nicht Platz, betonen sie.

svz.de von
erstellt am 16.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Am 24. September entscheiden die Rostocker: „Sollen das Traditionsschiff und die weiteren maritimen Ausstellungsstücke vom Standort Schmarl in den Stadthafen verlegt werden?“ Ein richtiger Wahlkampf darum ist gestartet – zumindest vom Maritimen Rat aus, der mit 180 Plakaten, Flyern, Aufklebern, Info-Points, Ausstellung und einer Zeitschrift für die Verholung in den Stadthafen wirbt. Auf der Seite der Schmarl-Befürworter gibt es keinen derartigen Zusammenschluss von gut 20 Unternehmen und Vereinen, wie der Rat ihn darstellt. Aber die Ortsbeiräte des Nordwestens haben sich zusammengetan und erklärt, das Traditionsschiff unbedingt in Schmarl behalten zu wollen.

„Ich finde den Wahlkampf vom Maritimen Rat unmöglich“, sagt Gabriele Bolz (CDU), Ortsbeiratsvorsitzende von Lütten Klein – zu viel, zu groß, plakativ. „Die Kampagne suggeriert, dass es nur um das Traditionsschiff geht“, so Uwe Michaelis (SPD), Ortsbeiratsvorsitzender von Groß Klein. Dabei müssten laut Fragestellung zum Bürgerentscheid alle maritimen Ausstellungsstücke verholt werden. Das würde mehr Aufwand bedeuten und mehr Geld. Mit allem – dem Bau des Maritimen Erlebniszentrums, der Herrichtung des Stadthafens, dessen Vertiefung – lande man für den Stadthafen bei sicher 60 Millionen Euro, schätzt Ralf Mucha (SPD), Vorsitzender von Lichtenhagen. Mit dem Verholen der „Dresden“ sei es also nicht getan. Und könne es auch nicht, meint Dietmar Droese (Linke), Vorsitzender von Schmarl: „Dann wäre es eine Zerschlagung des maritimen Erbes.“ Aber alle maritimen Ausstellungsstücke mitzunehmen – wie Schwimmkran, Hebeschiff, Anker, Betonschiff, Seezeichenpfad – „das geht aus unserer Sicht auch nicht“, erklärt Droese. „Der Stadthafen ist wunderschön, aber das passt da nicht alles hin“, merkt Niels Schönwälder (SPD), Ortsbeiratsvorsitzender von Evershagen, an. Im IGA-Park gebe es bessere Möglichkeiten, das Tradi zu entwickeln – mit interaktiven Flächen, als echte große Attraktion mitten auf einem großen Freizeitgelände. Dass es nicht in Stadtmitte sei, sei kein Problem. „Wer muss aus der Stadt zu Fuß so ein riesen Museum besuchen?“ Das Darwineum im Zoo habe auch Zulauf, die Menschen fahren extra hin. „Und warum? Weil es ein Gesamtkonzept ist“, sagt Schönwälder. Diese Entwicklung müsse dem IGA-Park auch zugestanden werden. „Vorangehen kann es nur, wenn man uns nicht mehr bremst“, sagt Karina Jens (CDU), Aufsichtsratsvorsitzende der IGA GmbH, „es hätte längst so weit sein können“. Und die Bürgerschaft habe schließlich auch den IGA-Park 2002 als ständigen Standort des Traditionsschiffes bestimmt. „Wir haben eine Fördermittelbindung bis 2032 für den Standort.“

Einen riesigen Wahlkampf können sich weder die IGA GmbH – als kommunales Unternehmen mit dem Oberbürgermeister als Gesellschafter – leisten noch die ehrenamtlichen Ortsbeiräte. „Aber wir kämpfen“, sagt Michaelis. Das Maritime gehöre zu Schmarl, das Tradi dorthin wie der Teepott nach Warnemünde, so Droese. Online machen sich SPD und Rostocker Bund für den Verbleib in Schmarl stark.

Kommentar "Tradi(tion) geht vor" von Nicole Pätzold

47 Jahre liegt das Tradi schon  in Schmarl, die letzten etwas vernachlässigt, zugegeben. Und die Konsequenz dieser Ermangelung an Weiterentwicklung des IGA-Parks und Überarbeitung der Ausstellung soll sein, dass Schiff wegzuholen, um es im Stadthafen besser zu machen? – Warum nicht vor Ort, fragen sich die Ortsbeiräte zurecht und betonen, dass die maritime Ausstellung nicht auseinandergerissen werden darf.

 

 

 

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