Rostock : Nordwasser unter Gewerkschafts-Feuer

Als Geschäftsführer der Nordwasser GmbH sind Katja Gödke und Jochen Bruhn bestellt.
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Als Geschäftsführer der Nordwasser GmbH sind Katja Gödke und Jochen Bruhn bestellt.

IG BCE kritisiert fehlende Zahlen und fürchtet um die Arbeitsplatzsicherheit #wirkoennenrichtig

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05. Mai 2017, 05:00 Uhr

Die Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie (BCE) schlägt Alarm: Die Ablösung der privaten Eurawasser GmbH durch die kommunale Nordwasser GmbH ab Juli 2018 gefährde die Arbeitsplätze der 400 Mitarbeiter. Nach Durchsicht der Gutachten kommt Bezirksleiter Swen Ohlert zu dem Schluss, „dass die Planansätze zur Finanzierung der notwendigen Personalkosten nicht belastbar sind“. Noch schlimmer: „Dies gilt ebenso für die wirtschaftlichen Ansätze der zukünftigen Arbeit der Nordwasser GmbH.“ Das stelle das gesamte Konzept infrage.

„In der rechtlich nicht geklärten Situation ist es fraglich, ob ein geordneter Übergang zum 30. Juni 2018 zu gewährleisten ist“, sagt Ohlert. Das sei für die Beschäftigten unerträglich. Auch zweifelt der Gewerkschafter die bereits zugesicherte fünfjährige Beschäftigungsgarantie für alle Mitarbeiter an. „Faktisch gilt dies laut dem derzeit vorliegenden Personalüberleitungsvertrag nur für den Überleitungsvorgang“, erklärt Ohlert. Dieser ist in Paragraf 613a des Bürgerlichen Gesetzbuches geregelt und sichert nur eine einjährige Garantie zu. Seinen Informationen zufolge sei aber anschließend vonseiten Nordwassers geplant, kollektive Regelungen auf die individualrechtliche Ebene umzustellen, was sich beispielsweise auf den Tarifvertrag auswirken könne. Eine solche Abwertung zum Schaden der betroffenen Mitarbeiter sei „in keinster Weise nachvollziehbar, wenn nicht gar skandalös“.

Die Nordwasser-Geschäftsführer Jochen Bruhn und Katja Gödke weisen das zurück. „Wir haben die Gewerkschaften und den Betriebsrat zu Gast gehabt und ihnen gesagt, sie sollen beschreiben, welche Sicherheiten sie brauchen – da haben wir kein Problem mit“, erklärt Bruhn. Der Tarifvertrag solle übernommen und bei Bedarf fortgeschrieben werden. Auch würden Besitzstandswahrung und Anerkennung von Beschäftigungszeiten berücksichtigt. Die fünfjährige Arbeitsplatzgarantie gelte. Ungeachtet dessen habe jeder Mitarbeiter das Recht, bei Eurawasser beziehungsweise im Mutterkonzern Remondis zu bleiben.

Um die eigene Personalplanung abzusichern, hatte der Warnow Wasser- und Abwasserverband bereits im vergangenen Sommer auf Auskunft durch Eurawasser geklagt. „Die Mediation ist gescheitert“, sagt Gödke. Das Unternehmen wolle erst im ersten Quartal 2018 die Zahlen offenlegen. Drei Führungskräfte würden zum 1. Oktober abgeworben, zum 1. Mai hätten zwei weitere Nordwasser-Mitarbeiter bereits angefangen. Technischer und kaufmännischer Geschäftsführer sollen noch in diesem Jahr besetzt werden.

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