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Rostocker Stadthafen : Neuer Hafenvogt im Revier

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Seit Jahresanfang ist Ronny Kunitz als Sheriff an der Kaikante unterwegs. Problemherd bleibt Holzhalbinsel.

Sein Revier ist die Kaikante von Schmarl über den Stadthafen bis hin zum Schnatermann. Lärm, Müll und Deeskalation sind sein täglich Brot. Seit Anfang des Jahres ist Ronny Kunitz Rostocks neuer Hafenvogt und fungiert als Ein-Mann-Patrouille, die mit offenen Augen und Adlerblick nach Verstößen gegen die Ordnung an der Warnow fahndet.

Mit Gefahrensituationen und dem Schlichten von Konflikten kennt sich der 35-Jährige aus: „Ich habe vorher als Einsatzleiter eines Sicherheitsdienstes gearbeitet“, sagt Kunitz. Zudem sei er zeitweise als Personenschützer für Angela Merkel und Helene Fischer tätig gewesen. Auf die Stelle aufmerksam gemacht habe ihn sein Vorgänger Wolfgang Schimmelpfennig, Rostocks erster Hafenvogt, so Kunitz.

Statt mit den Stars zu reisen, dreht der zweifache Familienvater jetzt täglich seine Runden am Warnowufer. Der Schriftzug „Hafenamt“ prangt auf seiner grellen Jacke. Dort ist die Stelle angesiedelt, die Ordnungssenator Chris Müller (SPD) im Sommer 2015 geschaffen hat und von der er sich nicht mehr verabschieden will. „Durch den Einsatz des ersten Hafenvogts haben wir bereits ein wichtiges Ziel erreicht: Wir wissen, wer den Hafen überhaupt wie nutzt und wo“, sagt Müller. Dabei hätten sich drei Schwerpunkte herauskristallisiert, an denen es vermehrt Probleme gebe: vor dem Neptun-Center, zwischen Hafenhaus und -terrassen und auf der Holzhalbinsel, die häufig Treff zahlreicher Jugendlicher sei.

Doch Kunitz’ Arbeitsspektrum umfasst mehr als nur Konflikte zu lösen: „Es ist ein toller Job. Ich schätze den direkten Kontakt zu den Menschen und lerne jeden Tag neue Leute kennen“, sagt der ehemalige Sicherheitsmann. Auf der Suche nach Müllablagerungen oder falsch abgestellten Fahrzeugen überprüft der 35-Jährige zudem auch die Sicherheitsanlagen im Hafen, fungiert als Vermittler, gibt Auskünfte, nimmt Hinweise und Anregungen entgegen. Die gibt er an Polizei und den Kommunalen Ordnungsdienst weiter. „Wir sind gut vernetzt und die Zusammenarbeit klappt super“, sagt er.

Aber auch kuriose Höhepunkte konnte Kunitz in seiner noch jungen Karriere als Sheriff am Kai verzeichnen. „Mein verrücktester Einsatz war die Begegnung mit dem Schafshund“, erinnert er sich. So hatte Kunitz Ende Januar einen Mann auf die fehlende Steuermarke seines Hundes angesprochen, woraufhin der Mann behauptet hatte, es handele sich um ein Schaf. Erst die hinzugerufene Polizei und eine Amtstierärztin konnten schließlich den Halter davon überzeugen, dass es sich um einen Hund handelte. „Der trägt übrigens inzwischen eine Marke. Ich habe ihn erst letzte Woche getroffen“, lacht Rostocks Hafenvogt.

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