#wirkoennenrichtig hafen : Neue Marke bündelt die Kräfte

Training an den Rettungseinrichtungen des AFZ, vorn Ausbilder Uwe Schuster  Fotos: rfra
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Training an den Rettungseinrichtungen des AFZ, vorn Ausbilder Uwe Schuster Fotos: rfra

Vielfältige Angebote für Maritimes und Offshore im AFZ Rostock: Auf wachsende Teilnehmerzahlen personell und materiell eingestellt

svz.de von
10. Mai 2017, 14:00 Uhr

Auf der Wasserseite des Aus- und Fortbildungszentrums (AFZ) in Marienehe herrscht emsiges Treiben. Ausbilder weisen dort am Kai des Fischereihafens verschiedene Gruppen in Sicherheitsaufgaben für ihre berufliche Praxis ein. Bereits erfahrene Seeleute frischen ihre Kenntnisse auf, Personal von Kreuzlinern macht sich mit der Seenotrettung vertraut, Mitarbeiter von Firmen, die an Offshore-Projekten tätig werden, bereiten sich auf den Einsatz auf hoher See vor. Von der Brandbekämpfung bis zum Höhentraining, von der Lehre bis zur Zusatzqualifikation reicht das Programm der Kurse, die im AFZ seit dem vergangenen Jahr unter der Eigenmarke S.T.A.R. laufen, was für Simulation, Training, Assessment und Research steht. „Damit bündeln wir unsere Erfahrungen der seemännischen Sicherheitslehrgänge mit den Anforderungen an Arbeitssicherheit bei Montagen an Offshore-Anlagen“, erklärt Irmhild Düwel, die Chefin des AFZ.

Gerade der Offshore-Einsatz stellt eine Reihe von Anforderungen, die erst gemeistert werden wollen. „Wir vermitteln praxisnah, wie im Notfall Erste Hilfe zu leisten, wie sicher vom Boot auf eine Plattform umzusteigen und Aufgaben auch unter extremen Bedingungen am besten zu meistern sind“, bringt Volker H. Seibert die Aufgaben auf einen kurzen Nenner. Er führt gemeinsam mit Irmhild Düwel die ISC Training & Assembly GmbH, an der das AFZ seit 2014 zur Hälfte die Gesellschafteranteile trägt. Seibert ist wiederum auch Prokurist der Rostocker Bildungseinrichtung, in deren Arbeit seine Firma integriert wurde und ihre Hauptwirkungsstätte vom Molfsee bei Kiel an die Warnow verlegte. Das wird auch im AFZ-Gebäudekomplex offensichtlich. So wurden eine große Trockenkammer für die Rettungsanzüge und ein Tauchbecken eingerichtet sowie eine ehemalige Werkstatt zum gemeinsamen Büro für die Trainer der maritimen und Offshore-Aus- und Fortbildung profiliert. Am Hafenbecken reckt sich neben den verschiedenen maritimen Rettungseinrichtungen eine Boat-Landing-Anlage empor, auf der Monteure das Übersteigen von Transferbooten auf Offshore-Bauwerke trainieren können. Im Dezember vorigen Jahres wurde im Areal auch ein großes Tenderboot an Land gesetzt, mit dem die Evakuierung von einer großen Plattform geübt werden kann. Eine Vielzahl weiterer kleinerer Investitionen komplettiert die Ausrüstung. Irmhild Düwel verweist allein auf die Anschaffung von 20 Rettungsanzügen, für die pro Stück etwa 2000 Euro zu berappen sind. Neben den sächlichen Voraussetzungen wurde auch der feste Mitarbeiterstamm auf zehn ausgebaut, etwa 20 Leute würden zudem bei Bedarf für spezielle Aufgaben hinzugezogen.

Auch die Simulation typischer Abläufe bei der Wartung und beim Bau der Anlagen auf See rückt verstärkt ins Blickfeld. Für die Brandbekämpfung ist sie bereits gängige Praxis. Gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut werden auch weitere virtuelle Möglichkeiten mit entsprechenden VR-Brillen ausgelotet. Ein Telemedizin–Projekt wird wiederum mit dem Klinikum Oldenburg bereits seit über einem Jahr erfolgreich praktiziert.

Der Bedarf für Offshore-Ausbildungen wächst. Allein in den ersten vier Monaten dieses Jahres stieg die Teilnehmerzahl an den verschiedenen Kursen auf 1600. Wenn auch die Branche gegenwärtig beklage, dass der Ausbau mancher Projekte sich verzögere, gebe es inzwischen allein für die Wartung bestehender Anlagen für viele Firmen nicht wenig zu tun, konstatiert Volker Seibert mit Fingerzeig auch auf gewachsene eigene Vertriebsaktivitäten. Neben Stammkunden wie 50 Hertz, SEAR und Vattenfall wäre es eine Reihe kleinerer Firmen, die im Auftrag der großen Player auf See ihre Dienstleistungen zu verrichten hab und entsprechend ihre Mitarbeiter für diese Aufgaben nach den gesetzlichen Regelungen vorbereiten.

So war auch das Interesse am Offshore-Symposium groß, das unlängst im AFZ ausgerichtet wurde. Der Kreis der Anmeldungen war größer als die Kapazität des Konferenzsaals im Hause, resümiert Irmhild Düwel. Die Themenschwerpunkte waren von der Arbeitszeit und dem Arbeitsschutz auf den Objekten auf See bis zum Notfallmanagement weit gesteckt. Nach dem gezeigten regen Interesse wird solch Symposium auch im Februar 2018 wieder durchgeführt, kündigte die AFZ-Chefin an.

Das Offshore-Programm ist auf dem Wege, eines der Stützpfeiler des AFZ Rostock zu werden. Über 11 000 Teilnehmer besuchten im vorigen Jahr insgesamt die verschiedenen Aus- und Fortbildungen dieser Rostocker Bildungseinrichtung, in der neben dem kaufmännischen Part auch das Maritime eine Hauptrolle spielt.

Das ISC ist wiederum auch über den Schwerpunkt Rostock hinaus tätig – so in Sachen Onshore-Anlagen in Kooperation mit einer Firma in Marbach (Baden Württemberg).

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