Rostock : Neue Feuerwache fehlt - Nordosten bleibt gefährdet

Im Nordosten brauchen die Retter im Schnitt drei Minuten länger zum Einsatzort.
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Im Nordosten brauchen die Retter im Schnitt drei Minuten länger zum Einsatzort.

Feuerwehr kann Hilfsfristen wieder nicht einhalten und wartet auf neue Wache. Baubeginn 2018 geplant #wirkoennenrichtig

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16. Mai 2017, 05:00 Uhr

Aufgrund der weiter fehlenden Wache im Nordosten der Hansestadt hat die Feuerwehr dort auch im vergangenen Jahr die Hilfsfristen nicht erfüllen können. Nur bei zwei von zwölf Gebäudebränden waren die ersten Einsatzkräfte wie vorgesehen innerhalb von acht Minuten vor Ort. Im Schnitt lagen die Helfer eine Minute und 46 Sekunden über dem Zielwert, geht aus einer Vorlage für die Bürgerschaft hervor. Zum Vergleich: Im Gebiet zwischen Südstadt und Lichtenhagen ist die Feuerwehr in der Regel innerhalb von sechs Minuten und 40 Sekunden am Einsatzort. Hier musste sie im vergangenen Jahr 55 Gebäudebrände bekämpfen.

Der Zeitunterschied kann im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden. „Hauptgrund der deutlich verfehlten Zielerreichungsgrade ist das Fehlen einer ständig besetzten Wache der Berufsfeuerwehr an einem strategisch günstigen Ort im Bereich Dierkow/Toitenwinkel“, erklärt die Verwaltung in der Vorlage. Diesen Missstand will sie möglichst schnell beheben. Das Problem: Ein Neubau kostet groben Schätzungen zufolge mindestens zehn Millionen Euro, die voraussichtlich von der Stadt alleine aufgebracht werden müssen. „Aktuell wird ein Baubeginn in 2018 angestrebt“, heißt es vonseiten des Finanz- und Ordnungssenators Chris Müller (SPD).

Ursprünglich hatte die Stadt die neue Feuer- und Rettungswache am Dierkower Damm verortet. Nun soll sie auf einem stadteigenen Grundstück am Standort Dierkower Allee, Ecke Kreuzungsbereich Hinrichsdorfer Straße eingerichtet werden. Dank der dort gegebenen unmittelbaren Nähe zur Autobahn würde damit die bisherige Wache im Überseehafen überflüssig. „Nach dem Umzug wird der Standort aufgegeben“, erklärt die Verwaltung.

Im Bereich Brandschutz sind derzeit 38 Berufsfeuerwehrleute ständig einsatzbereit. Unterstützt werden sie von den Kameraden der fünf Freiwilligen Feuerwehren Warnemünde, Groß Klein, Stadtmitte, Gehlsdorf und Rostocker Heide. Im vergangenen Jahr wurden die Einsatzkräfte durch insgesamt 413 meist kleine Brände gefordert. Dabei retteten sie 58 Menschen. Hinzu kommen insgesamt 2114 technische Hilfeleistungen wie Gefahrguteinsätze, Beseitigung von Ölverschmutzungen oder Unfälle im Straßen- und Schienenverkehr. Dabei mussten die Helfer zwei tote Menschen bergen, konnten aber auch 35 in Sicherheit bringen.

Am meisten zu tun bekommt die Berufsfeuerwehr aber nicht in der Brandbekämpfung, sondern im Rettungsdienst. Hier absolvierte sie im vergangenen Jahr 16 153 Einsätze. Insgesamt 1319-mal rückten die Retter nach Fehlalarmen umsonst aus.

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