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Wohnungsstreit Rostock : Nachbargemeinden sollen zahlen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocks Oberbürgermeister fordert 50 Prozent der Einnahmen durch neue Einwohner im Umland über der Drei-Prozent-Regel #wirkoennenrichtig

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erstellt am 20.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Unter dem Streit zwischen Hansestadt und Landkreis Rostock um die zulässige Wohnbebauung hat das Ostseebad Nienhagen in den beiden vergangenen Jahren am stärksten gelitten. Das geht aus der Antwort der Stadtverwaltung auf eine Anfrage von CDU-Fraktionschef Daniel Peters hervor. Gleich drei Bebauungs-Pläne der Gemeinde lehnte das Rostocker Rathaus demnach ab.

Dabei berief sich die Hansestadt auf eine Klausel im Regionalen Raumentwicklungsprogramm, nach der die Nachbargemeinden ohne Zustimmung Rostocks maximal um drei Prozent wachsen dürfen. Diese Regel ist in den betroffenen Gemeinden heftig umstritten. Derzeit werde über eine mögliche Veränderung diskutiert, heißt es aus dem Rostocker Rathaus. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) denkt dabei allerdings nicht an eine Abschaffung. Stattdessen fordert er, „dass für eine Entwicklung von Wohnbauflächen über den Eigenbedarf hinaus der Hansestadt Rostock ein Interessenausgleich zu entrichten ist“. Dessen Höhe solle zirka 50 Prozent der durchschnittlichen Grund-, Gewerbe- und Einkommenssteuer sowie der Zuweisungen innerhalb des Finanzausgleichsgesetzes betragen. Diesen Plänen hatte Landrat Sebastian Constien (SPD) bereits heftig widersprochen.

Die B-Pläne in Nienhagen hatten unter anderem die Umwandlung von Ferienhäusern in feste Wohnungen am Waldessaum und die Erweiterung einer Anlage um sieben Einheiten An den Weiden zum Ziel. Am Beiksoll plante Nienhagen zudem den Neubau von rund 75 Einfamilienhäusern inklusive einer bis zu dreigeschossigen Anlage mit bis zu 100 altersgerechten Wohneinheiten. Zuletzt legte der Ort für dieses Gebiet Pläne für 36 Eigenheime mit durchschnittlichen Grundstücken von 550 bis 650 Quadratmeter vor. Die altersgerechten Wohnungen sind ebenfalls weiter Teil des Vorhabens. Rostock droht mit einer Klage.

Insgesamt hat Rostock in den vergangenen beiden Jahren acht Vorhaben die Zustimmung verweigert. Betroffene Gemeinden sind neben Nienhagen auch Elmenhorst/Lichtenhagen, Kritzmow und Lambrechtshagen. Zustimmung erfuhren hingegen neun Vorhaben. Davon profitiert haben Bentwisch, Dummerstorf, Elmenhorst/Lichtenhagen, Kritzmow, Lambrechtshagen, Roggentin und Rövershagen. Allerdings handelte es sich fast durchgängig um eher unbedeutende Projekte, etwa das Versetzen der Bauflucht oder die Änderung der Baugrenze.

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