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Rostock : Nach Protest: Biestower Störche erobern das Netz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Inititiave aktiviert Webcam. Vogelpaar brütet bereits #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 25.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Erst seit zehn Tagen hat ein Paar Weißstörche sein Nest in Biestow wieder bezogen und schon erobern die Zugvögel das Internet. Denn um zu zeigen, wie die tierischen Webstars leben, jagen und brüten, hat der Verein „Leben in Biestow“ eine Nestkamera installiert. „Dass die Störche hier nisten, ist ein Zeichen für die intakte Natur der Gegend“, sagt der Vereinsvorsitzende Klaus-Peter Müller. Das Biestower Nest sei seit sieben Jahren ununterbrochen bewohnt und die Vögel hätten stets erfolgreich gebrütet, so Müller.

Mit dem Pilotprojekt will die Initiative ein Zeichen gegen die Pläne von Hansestadt und Wohnungsunternehmen setzen, die die Bebauung großer Teile bisher naturbelassener Gebiete in Rostocks Süden – wie dem Biotop Hoppenhofsoll – vorsieht. „Die Hansestadt ist im Begriff, Natur- und Landschaftsräume in der Biestower Feldflur zu zerstören. Dadurch wird unserem Weißstorchenpaar sowie anderen geschützten Tierarten wie dem Rotmilan die Existenzgrundlage entzogen“, unterstreicht Müller.

Eigentlich sollte die Kamera bereits am 11. März aktiviert werden – dem 11. Storchentag des Landes MV. Alles war vorbereitet, Mann und Material vor Ort. Das Stahlgerüst hatte eine Rostocker Fachfirma bereits fachgerecht an dem Nest in der Nähe der Kirche installiert, doch dann der Schock: Obwohl Anwohner und Grundstücksbesitzer dem Projekt zugestimmt hatten, schien ihnen die Konstruktion plötzlich zu martialisch, erzählt Klaus-Peter Müller. Die Vereinsmitglieder mussten die Aktion abbrechen. Dabei hatten sie sich im Vorfeld eng mit Prof. Stefan Kroll, dem Storchenbeauftragten für Stadt und Landkreis, abgestimmt. Der sah laut Müller kein Problem für den Start- und Landeanflug der Vögel oder deren Wohlfühlatmosphäre.

Seit Sonnabend können die Biestower ihr Storchenpaar nun aber rund um die Uhr live im Internet beobachten. Die Kamera filmt jetzt aus etwa 30 Metern Entfernung das Nest. „Ob es das gleiche Pärchen ist wie im letzten Jahr, wissen wir noch nicht genau. Man kann aber auf jeden Fall erkennen, dass sie brüten“, sagt der Biestower Müller glücklich.

Für die Realisierung des Projekts hat der Verein Fördermittel der Norddeutschen Stiftung für Umwelt und Entwicklung erhalten.

Der Verein und das Projekt im Internet: www.biestow-info.de

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