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#wirkoennenrichtig vereine : Mitglieder sorgen für ihre Kirche

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Nach der abgeschlossenen Turmsanierung setzt sich der damals gegründete Förderverein weiter für St. Petri ein

Mit dem Fahrstuhl geht es blitzschnell hinauf auf die Aussichtsplattform des Petrikirchturms, wo Besucher aus rund 45 Metern Höhe einen einmaligen Blick auf ganz Rostock und das Umland haben. Reinhard Wegener zieht seine Mütze über die Ohren und tritt an eine der Öffnungen, durch die der Wind an diesem Frühlingstag pfeift, heran und zeigt in Richtung Norden. „Dort, ja dort, da kann man die Ostsee sehen“, freut sich der Vorsitzende des Fördervereins Petrikirche Rostock über den grandiosen Ausblick.

Auslöser für die Gründung dieses Vereins war ein Bericht in der Rostocker Zeitung Der Demokrat kurz nach dem Fall der Mauer am 21. Dezember 1989. Ziel war es, Spenden zum Wiederaufbau des Petrikirchturms, der in den Bombennächten 1942 zerstört wurde, zu sammeln. Die Aktion Petrikirchturm mobilisierte Christen und Menschen ohne konfessionelle Bindung gleichermaßen, sodass der Turm der gotischen Backsteinkirche, die in der Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut worden ist, 1994 seinen spitzen Helm auch Dank öffentlicher Mittel zurückerhalten konnte. „Unser Förderverein, der am 21. September 1991 feierlich gegründet worden ist, hat diese Aktion maßgeblich unterstützt und Spenden gesammelt“, erinnert sich Reinhard Wegener an eine spannende Zeit.

Nach diesem Erfolg stand für die rund 50 Vereinsmitglieder fest, dass sie sich weiterhin engagieren und andere Vorhaben unterstützen wollen. „Denn gemäß unserer Satzung fördern wir notwendige Bau- und Sanierungsmaßnahmen und die Restaurierung, Rekonstruktion oder Ersetzung zerstörter Objekte der Kirche und bitten dafür um Mithilfe. Schaut man sich in unserer Kirche um, wird schnell klar, dass noch vieles zu tun ist. Auch wenn wir bereits allerhand erreicht haben“, sagt der 61-jährige Maschinenbauingenieur. Stolz verweist er auf das von Prof. Jo Jastram geschaffene Eingangsportal, auf acht Obergardenfenster, von denen vier nach historischem Vorbild bereits gestaltet werden konnten. Ein Fahrstuhl, der zum Gustav-Adolf-Saal führt, ist ein weiteres Ziel.

„Unser nächstes, ganz konkretes Vorhaben ist es, rechts und links neben dem Fahrstuhl hoch oben auf der Aussichtsplattform zwei Glockenstühle einzubauen, sodass wir unsere älteste, aus dem Jahr 1548 stammende Peter-Matze-Glocke sowie zwei weitere, 1979 gegossene Glocken dort einbauen können. Dann endlich wird das Geläut wieder von hoch oben über den Dächern klingen“, sagt der Vereinschef. Neben dem Einwerben von Spenden steht jetzt auch die Überarbeitung eines dafür erforderlichen Brandschutzgutachtens auf der Agenda. Danach wolle man die Baugenehmigung einreichen. „Insgesamt haben die Kirchengemeinde und der Förderverein 90 000 Euro für die Verwirklichung dieses Projekts gesammelt. Wer uns unterstützen möchte, kann Teile der einzelnen Glockenstuhlbalken erwerben. Auf einer Tafel werden wir die Namen der Spender öffentlich machen“, versichert Reinhard Wegener.

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