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Forscherdrang : Milchproduktion in Indien verbessern

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Humboldt-Stipendiat forscht am Dummerstorfer FBN zu Fortpflanzungsproblemen bei Kühen. #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 08.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Dass die Milchproduktion in Indien, dem Land der heiligen Kühe, schon bald effizienter wird, dafür wird gerade in Dummerstorf der Grundstein gelegt. Am Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) beschäftigt sich der indische Biochemiker Dr. Vijay Baddela in den kommenden zwei Jahren mit einem weit verbreiteten Phänomen in der Milchproduktion: nämlich den Fortpflanzungsproblemen bei Kühen. „Milchkühe haben auch noch lange nach der Geburt eines Kalbes ein Problem, wieder trächtig zu werden“, erklärt der Leiter des Instituts für Fortpflanzungsbiologie, Dr. Jens Vanselow. „Durch die hohe Milchabgabe kommt es zur Mobilisierung von Körperfett und damit zu erhöhten Fettsäuren-Konzentrationen im Blut sowie zu Veränderungen im Hormonhaushalt. In Indien kommt noch der Hitzestress hinzu.“

Im Labor testet der Stipendiat, wie sich die hormonproduzierenden Zellen des Eierstocks entwickeln und wie bestimmte Stoffwechselprodukte die Funktion dieser Zellen beeinträchtigen, die für die Eizellreifung und Befruchtung von entscheidender Bedeutung sind. „Die Bedingungen für die wichtige Grundlagenforschung sind hier einfach optimal“, betont Baddela.

Laut dem 29-Jährigen gibt es in seinem Heimatland viele Probleme in der bäuerlichen Milchproduktion. „Ich möchte mit meiner Forschung dazu beitragen, die Landwirtschaft in meinem Land zukunftsfähiger zu gestalten. Das ist für viele Familien eine Existenzfrage.“ Denn in seinem Heimatland Indien wird so viel Milch produziert wie in keinem anderen Land der Welt. Allerdings gibt es ein Tabu. Die Schlachtung der als heilig verehrten Tiere ist strikt untersagt. Zudem gilt die indische Milchproduktion vor allem aufgrund der kleinstbäuerlichen Strukturen als wenig effizient, was besonders im Hinblick auf die klimaschädliche Methanproduktion problematisch ist. Bei seinen Forschungen kommt dem Humboldt-Stipendiaten zugute, dass die Dummerstorfer Wissenschaftler schon seit vielen Jahren die Leistung von Wiederkäuern unter Hitzestressbedingungen beschäftigt.

Vijay Baddela ist derzeit einer von insgesamt 33 ausländischen Wissenschaftlern aus 21 Nationen von allen Kontinenten, die am FBN forschen. Über eine langjährige Kooperation des Leibniz-Instituts für Nutztierbiologie mit dem ICAR National Dairy Research Institute in Karnal (Indien) kam der Biochemiker in Kontakt mit den Dummerstorfer Wissenschaftlern.

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