Vision 2025 : Methlings Blick in Rostocks Zukunft

Rathauschef Roland Methling hat für Rostock große Pläne bis 2025.
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Rathauschef Roland Methling hat für Rostock große Pläne bis 2025.

Neue Jobs bringen weitere Einwohner. Nur Einfamilienhäuser in Biestow. Mittelmole und Diedrichshagen sind bebaut.

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05. Mai 2017, 12:00 Uhr

Für die Hansestadt Rostock, an deren Spitze er steht, hat Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) große Visionen. „Eigentlich müsste alles klar sein, was 2025 in Rostock steht und wohin wir uns bewegen“, so der 63-Jährige. Schließlich müsse der Grundstein für zukünftige Vorhaben bereits jetzt gelegt sein oder spätestens werden. Methlings Blick in die Zukunft der Stadt ist optimistisch – und das hat Gründe, wie er vor dem CDU-Wirtschaftsrat erklärte. Seine Kernaussagen hat NNN-Redakteurin Claudia Labude-Gericke notiert.

Einwohnerzahl

Tatsache ist, dass wir im Jahr 2025 wieder 214- bis 215 000 Einwohner haben werden. 2005 waren die Aussichten noch schlecht – und dazu passte auch die Entwicklung der Bevölkerungszahl von 197 500 Einwohnern. Die Tendenz von damals war, dass wir 2015 zwischen 192- und 193 000 Einwohner haben und bis 2025 unter die 190 000 fallen. Wir haben seit 2004 ein auch für mich in dieser Dimension unerwartetes Wachstum hingelegt und Jahr für Jahr beibehalten, 2015 und 2016 sogar mit einem Zuwachs von fast 2000 Einwohnern pro Jahr alle Rekorde in der Geschichte der Hansestadt Rostock geschlagen. Es sieht so aus, dass sich diese Tendenz auch 2017 fortsetzen wird und wir uns in einem 1000er-Schritt weiter fortbewegen, sodass die Zahl für 2025 wirklich einen hohen Realitätsgrad hat.

Arbeitsmarkt

Die Arbeitslosigkeit lag vor zwölf Jahren noch bei über 20 Prozent und liegt aktuell bei ungefähr neun Prozent. Es ist aber sehr sicher, dass wir 2025 eine acht oder vielleicht sogar eine sieben vor dem Komma haben werden, so, wie sich unsere Region entwickelt. 2005 war das erste Jahr nach der Wende, in dem wir einen Zuwachs von versicherungspflichtigen Arbeitsplätzen hatten, gute 500 waren das. Seitdem sind jedes Jahr 1000 versicherungspflichtige Arbeitsplätze dazugekommen und selbst wenn wir unsere Prognose zurückhaltend rechnen – die Arbeitsplätzezahl wird weiter zulegen. Ich bin zuversichtlich, dass wir auch in diesem Jahr 1000 dazubekommen.

Haushalt

Ich glaube, dass wir im Jahr 2025 stabil einen Haushaltsüberschuss von 30 bis 50 Millionen Euro pro Jahr erwirtschaften können – auf Basis heutiger Zahlen und stabiler wirtschaftlicher Entwicklung. Wir wollen innerhalb der nächsten zwölf Monate ungefähr 100 Millionen Euro generieren, um endgültig die Handlungsfreiheit der Hansestadt Rostock wieder herzustellen. Der Finanzsenator und ich klären die Kriterien und die Partner in Schwerin ab und wir haben die Kraft, diese Summe als Ertragsverbesserung, Bilanzverbesserung der Hansestadt darzustellen. Dazu gehören auch 15 Millionen Euro Konsolidierungshilfe. Alle haben sie bekommen, nur Rostock bis heute noch nicht und dafür, dass wir sie erhalten, müssen wir uns stark machen. Zu den 100 Millionen gehören auch rund zehn Millionen aus der Übertragung der Messehalle an die Stadthallen- und Messegesellschaft und Erträge aus der Rekommunalisierung der Wasserversorgung. Wir sind tatsächlich in der Lage, auch in der Hansestadt Rostock wieder in größeren Dimensionen zu denken und sollten uns auch bei Stadtplanungen umschauen, wie Großstädte in der Welt sich entwickeln und welche Vorhaben dazu gehören, um eine Stadt, die auf dem Weg ist, 230 000 oder 250 000 Einwohner zu haben, auch durch größere Brückenbauwerke oder Tunnel so zu erschließen, dass sie auch in der Zukunft leistungsfähig und lebenswert ist.

Volkstheater

Das Theater wird 2025 fertig sein – bestimmt. Es ist bekannt, dass ich mir das schon 2008 für das Jahr 2018 gewünscht hätte. Ich denke auch hier sind wir auf einem guten Weg. Und das Theater wird auch in der Lage sein, 2025 alle modernen Formen des Theaters anzubieten und wir werden wesentliche Strukturen, auch Personalstrukturen, weiter vorhalten können oder wieder vorhalten können, um dieses Theater so zu gestalten, dass es anziehend ist – nicht nur für die Rostocker.

Warnemünde

Auch 2025 werden 250 Kreuzfahrtschiffe anlaufen, die Liegeplätze zehn und elf werden fertig und die Bebauung der Mittelmole abgeschlossen sein. Der Widerstand der Warnemünder dagegen wird nur noch eine Episode der Geschichte sein. Und vielleicht wird man irgendwo in Soziologie darüber nachdenken, wie es geschafft werden kann, dass 4000 Einwohner Rostocks 53 Vertreter der Rostocker Bürgerschaft, die für 220 000 Menschen da sind, so beeinflussen können, dass sie jede vernünftige Entwicklung einer Hansestadt für Jahre aufhalten konnten.

Wohnen und Bauen

Diedrichshagen wird selbstverständlich fertig sein. In Biestow stehen doch nur Einfamilien- und Reihenhäuser und die Hansestadt Rostock hat 2025 entschieden, doch keine Straßenbahn in der Umgehung zu bauen, sondern der kostengünstigen Variante mit dem Bus den Vorzug zu geben. Aber träumen von der Straßenbahn darf man weiterhin. Wir können in Biestow auch mit 4000 Einwohnern statt 8000 bis 10 000 leben, wenn wir die Wohngebiete in Gehlsdorf, in Diedrichshagen realisieren und im urbanen konzentrierten Raum der Hansestadt Verdichtungen vornehmen – zum Beispiel am Groten Pohl, im Rosengarten und auf den Baufeldern in der Ziolkowskistraße.

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