Jahresbilanz in Rostock : Methling: Schuldenfrei dank Sparkurs

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Rostocks Oberbürgermeister sieht 2018 die „schwarze Null“ sowie Entscheidung zu Theater- und Museumsneubau fallen #wirkoennenrichtig

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20. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Schuldenfrei endlich ohne Handhabe des Landes Entscheidungen über Investitionen treffen zu können, das ist der Kurs, den Rostock 2018 fahren wird, so Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos). Mit einem Überschuss von 90 Millionen Euro in 2017 werde die Hansestadt im Jubiläumsjahr die „schwarze Null erreichen“. „Es war ein sehr gutes Jahr“, bilanzierte Methling gestern.

Dank der florierenden Wirtschaft, steigenden Einwohnerzahlen, Fördergelder des Bundes, aber auch durch seine politischen Entscheidungen, sei das erste Mal seit 15 Jahren Geld auf dem Konto, das nicht geborgt sei. Den negativen Rekord hatte Rostock 2007 mit 250 Millionen Euro Kreditsumme geschrieben. Möglich geworden sei die Entschuldung auch durch seine 2005 getroffene Entscheidung gegen eine Stadtbahn, die direkt aus dem Umland in die Innenstadt fahren sollte. Die hätte laut Methling ein finanzielles Risiko von 150 Millionen Euro bedeutet. Stattdessen habe er sich gegen die Bürgerschaft gestellt – „eine verdammt einsame Entscheidung“, sodass 14 Millionen von der Rostocker Versorgungs- und Verkehrsholding (RVV) zurück in den Stadthaushalt flossen.

Weitere Faktoren seien die wirtschaftliche Situation der kommunalen Unternehmen – die Wiro werfe trotz Beinah-Insolvenz 2008 jährlich 14 Millionen Euro ab – sowie die 20 Millionen, die aus Rücklagen des Warnow-Wasser- und Abwasserverbands (WWAV) in das Stadtsäckel fließen. Der Verkauf der Liegeplätze am Pier 7 und 8 an Rostock Port sowie der Hanse Messe an die Stadthallengesellschaft für zehn Millionen sei „ein legaler Finanztrick“.

Auch 2018 rechnet Rostocks Oberbürgermeister mit Entscheidungen: „Ich sehe eine große Chance, im ersten Quartal 2018 die Entscheidung zum Standort des Archäologischen Landesmuseums festzuzurren.“ Ziel sei für ihn der Standort am Stadthafen. Auch in Sachen Theaterneubau soll es weitergehen: „Es wäre schön, wenn wir 2018 den Spatenstich setzen können“, so Methling. Nur sei der wegen der auf 102,5 Millionen angestiegenen Kosten noch unklar. Um die Finanzierung anzukurbeln, wolle er im Februar die Theater-Kulturstiftung in Fahrt bringen und gleich 15 Millionen einzahlen, um „aufzuholen“. Auch wolle er Gelder aus dem Umland akquirieren: „Wir sind für 400 000 Einwohner versorgungspflichtig. Die müssen sich alle finanziell beteiligen“, so Methling.

Kommentar von Katrin Zimmer: Nicht übermütig werden
Schuldenfrei und Spaß dabei? Nicht ganz, denn nur weil Rostock 2018 erstmal schuldenfrei sein soll, heißt das ja nicht, dass das Geld mit vollen Händen auszugeben ist. Im Grunde ist Null gerade erstmal nichts. Aber wenn wir jetzt schon die Chance haben, wieder selbst zu entscheiden, in welche Projekte wir wirklich investieren wollen, sollten die besonders im Fokus stehen, bevor sich diese Tür wegen der nächsten Verschuldung wieder schließt. Und wenn Rostock sich wirklich ein Theater für mehr als 100 Millionen Euro leistet, ist die bestimmt nicht weit.
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