Fahrradforum Rostock : Mehr Sicherheit für Radler

Sicher ist anders: In der Langen Straße müssen Fahrradfahrer häufig wegen parkender Fahrzeuge auf die Straße ausweichen. Das verlangt nach mehr Kontrollen, findet Torsten Sohn.
Sicher ist anders: In der Langen Straße müssen Fahrradfahrer häufig wegen parkender Fahrzeuge auf die Straße ausweichen. Das verlangt nach mehr Kontrollen, findet Torsten Sohn.

Fahrradforum soll höheren Status bekommen und so bessere Ergebnisse erzielen, fordert der Vorsitzende. #wirkoennenrichtig

svz.de von
26. Mai 2017, 12:00 Uhr

Wenn Rostock mehr Rad- statt Autofahrer auf seinen Straßen will, also weniger Staus und Parkchaos, muss der Anreiz steigen, umzusteigen, konstatiert der Vorsitzende des Fahrradforums Torsten Sohn (Grüne). Die Bedingungen für Fahrradfahrer müssten sich verbessern. Damit das gelingt, soll das Forum mehr Gewicht bekommen. „Wir wollen ein Unterausschuss des Stadtentwicklungsausschusses werden.“ Dann könnte das Forum Anträge in der Bürgerschaft einreichen und unmittelbarer Ergebnisse erzielen. Das Rechtsamt prüft derzeit. Bis September soll die Geschäftsordnung vom Hauptausschuss bestätigt werden und der Ausschuss die Mitglieder des Forums wählen, visiert Sohn an.

Das Fahrradforum gibt es auf Beschluss der Bürgerschaft seit 2006. Mitglieder sind Vertreter der Fraktionen der Bürgerschaft, IHK, Polizei, Ortsbeiräte, RGS, mehrerer Ämter, des ADFC, BUND und Asta. Das Forum tagt sechsmal im Jahr. Das nächste Forum zum Radschnellwegekonzept findet am 30. Mai um 17 Uhr im Beratungsraum 2 des Rathauses statt.

Erst kürzlich war der Fahrradklimatest des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ausgewertet worden. Rostock belegt Platz 8 von 39 in der Kategorie „Über 200 000 Einwohner“. Die Auswertung der 400 Rostocker Befragten zeigt aber auch: „Es mangelt an Verkehrssicherheit für Radfahrer und die Kontrollen beim verkehrswidrigen Parken sind mangelhaft“, sagt Sohn. Da bekam Rostock die (Schul-)Note 4,8. Nachvollziehbar findet er: Im Hansaviertel kämpfen Radler mit dem Kopfsteinpflaster. Am Doberaner Platz ist die Verkehrsführung schwierig und provoziert Falschfahren – und in der Stadt, wiederhole sich ein Problem: zugeparkte Radwege, die Fahrradfahrer zum Ausweichen zwingen. Das sei an manchen Stellen wie in der Langen Straße ärgerlich und kritisch – gerade in Anbetracht dessen, dass dort Autos sowieso schon über den Radweg ausparken müssen – und an anderen Stellen massiv gefährlich wie in der Einbiegung vom Strande in die Grubenstraße oder in der Doberaner Straße. „Die Stadt muss stärker kontrollieren“, sagt Sohn, auch dass Ladezonen nicht zugeparkt werden, sodass Lieferfahrzeuge nicht auf den Radwegen halten. Bei Verkehrsbehinderungen wird gesetzlich geregelt ein höheres Bußgeld fällig, das müsse auch durchgesetzt werden. „Und bei Verkehrsgefährdung, also wenn Unfallgefahr besteht, muss abgeschleppt werden“, sagt Sohn. Neben diesem Hauptthema seien auch mehr Fahrradstellplätze nötig, Temporeduzierungen wie in der Ulmenstraße, wo trotz schlechtem Radweg 50 Kilometer pro Stunde erlaubt sind, und auf lange Sicht bauliche Veränderungen. Der Anteil der Radfahrer steige in Rostock – aber nicht wegen, sondern trotz der Behinderungen und die gelte es, abzubauen.

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