Kunsthalle Rostock : Mehr Platz für die Kunst

Im Auftrag des Kommunalen Eigenbetriebs KOE hat Architekt Maik Buttler das Schaudepot geplant. Dabei musste er viele Besonderheiten berücksichtigen.
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Im Auftrag des Kommunalen Eigenbetriebs KOE hat Architekt Maik Buttler das Schaudepot geplant. Dabei musste er viele Besonderheiten berücksichtigen.

Grundstein für Schaudepot gelegt. Nun rückt Sanierung des Ursprungsgebäudes ins Blickfeld #wirkoennenrichtig

svz.de von
15. Mai 2017, 05:00 Uhr

Zum Tag der Städtebauförderung hat die Kunsthalle Rostock am Sonnabend die Grundsteinlegung für ihr neues Schaudepot nachgeholt. Denn eigentlich befindet sich der Bau bereits kurz vor der Richtfest-Reife: Außen- und Zwischenwände deuten die künftige Gestaltung des Erweiterungsbaus an.

Auch Kultusministerin Birgit Hesse (SPD) nahm an der Zeremonie teil. „Für die Stadt Rostock ist das ein tolles Ereignis“, sagt sie und attestiert: „Die Erweiterung der Kunsthalle steigert die Attraktivität.“ Sie lobte vor allem die manchmal ungewöhnlichen Wege und Ausstellungskonzepte von Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann. Mit der Olsenbande-Ausstellung beispielsweise habe er sogar ihren Mann begeistern können.

Die Kunsthalle Rostock ist 1967 von Hans Fleischhauer und Martin Halwas entwickelt worden. Mit dem Depot-Neubau verändert sie ihr Gesicht. Konzipiert hat ihn Architekt Maik Buttler im Auftrag des Eigenbetriebs Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE). „Um ein langfristig tragbares Konzept zur Erweiterung der Kunsthalle im denkmalgeschützten Ensemble im Landschaftspark Schwanenteich zu entwickeln, ist die Anknüpfung an die Ursprungsidee von Fleischhauer Ausgangspunkt der Depot-Erweiterung“, erklärt Buttler. Mit dem KOE zusammen hat er zwei Schautafeln angefertigt, die Besuchern sein Konzept verdeutlichen.

Neben der Unterbringung der Werke – es gibt 13 000 Exponate in der Kunsthalle – wird bei dem Depot auch auf die Flexibilität für Ausstellungen geachtet. „Manche Bereiche dürfen zum Schutz der Werke gar nicht oder nur selten und bei Führungen betreten werden“, erklärt Buttler. „Andere wiederum sind immer zugänglich für die Besucher.“ Dazu zählt der Bereich mit den Skulpturen. Kunsthallenchef Jörg-Uwe Neumann ist begeistert von den vielen Möglichkeiten, die das Schaudepot bietet. „Durch ein bestimmtes Gittersystem lassen sich thematische Ausstellungen schneller und einfacher aufbauen als bisher“, schwärmt er. Außerdem erleichtert ein Lastenaufzug die Arbeit.

4,5 Millionen Euro fließen in das Schaudepot. Vier Millionen stammen aus einer Förderung, 500 000 Euro gibt die Stadt Rostock dazu. Fertigstellung soll 2018 sein. Die bisherige Kunsthalle und das Schaudepot werden über gläserne Elemente verbunden. Auch wenn das alles positiv klingt und ist, bleibt für KOE-Chefin Sigrid Hecht ein Wermutstropfen. „Die Sanierung der eigentlichen Kunsthalle ist längst überfällig“, sagt sie. „Die fehlende Barrierefreiheit ohne Fahrstuhl ist nur ein Manko, das wir aber aus Platzgründen vor dem Neubau des Schaudepots nicht abstellen konnten“, sagt Hecht. Sie hofft, dass es bei dem Vorhaben eine Unterstützung des Landes gibt. Für diese Sanierung werden insgesamt 4,9 Millionen Euro benötigt.

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