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Warnemünde : Mathilda hat einen Schatz gefunden

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Mädchen aus Berlin mit Zufallsglück am Warnemünder Strand, der den Bernstein-Museumsleiter begeistert. #wirkoennenrichtig

Mathilda Wappler aus Berlin fährt aus ihrem Ostseeurlaub mit einem besonderen Schatz nach Hause. Die Sechsjährige hat beim Spaziergang am Warnemünder Strand mit Papa Thomas einen goldgelben Bernstein gefunden. Er lag am Wasser beim Aufgang nahe der Wetterstation. „Ich habe geguckt und da sah ich etwas Gelbes liegen“, erzählt die stolze Finderin, die sich ein bisschen wie eine Bernsteinkönigin fühlt. Gemeinsam mit ihrem Papa ist sie zu Ulf Erichson ins Bernsteinmuseum in der Mühlenstraße 3 gegangen. Sie wollten wissen, ob es wirklich Bernstein oder nur ein gelber Kiesel ist. Der Bernstein-Experte hat es getestet und erkannt: „Das ist ein echter Bernstein“, bescheinigt Erichson, der sich schon jahrzehntelang mit diesem Metier beschäftigt, Buchautor ist und 2016 das Museum in Warnemünde gegründet hat.

Mathildas Schatz wiegt 3,5 Gramm und hat einen Durchmesser von 2,5 Zentimetern. „Es ist der dritte Fund, der mir in diesem Jahr zum Begutachten vorgestellt wurde und der größte“, sagt Erichson. Rein materiell ist das Stück um die fünf Euro wert. Aber für Mathilda ist er unbezahlbar und wertvoll. „Vielleicht möchte ich daraus eine Kette haben“, überlegt sie. Vater Thomas räumt ein: „Ich habe so lange nach einem Bernstein gesucht, aber noch nie einen gefunden.“

Ein Besuch bei Ulf Erichson lohnt. Er hat bereits mehrere Bücher über Bernstein verfasst, sein Wissen ist international gefragt. Er hat alles da, womit er auf die Schnelle Bernstein von Kiesel unterscheiden kann. „Bernstein findet man am besten nach Ostwind, allerdings gibt es hier nicht viel Bernstein zu finden“, schränkt er ein. Einen Bernstein mit einem Stück Phosphor zu verwechseln, diese Gefahr besteht in Warnemünde kaum. „Das ist auf der Insel Usedom eher der Fall“, sagt er.

Bernstein und Kiesel lassen sich am Klang beim Klopfen auf eine Glasplatte unterscheiden: „Bernstein erzeugt ein dumpfes Geräusch, weil er weicher ist, Kiesel klingt heller.“ Finder können es aber auch so testen: Einen Esslöffel Kochsalz in ein Wasserglas geben: der Bernstein schwimmt oben, der Kiesel sinkt nach unten.

Erichson begutachtet kostenlos solche Schätze. Und wie man an Mathildas Strahlen sieht: Auch ein Stein, der in der Summe nicht so viel wert ist, macht die Finderin glücklich. Diesen Urlaub wird die Lütte nicht so schnell vergessen. Und ihren schönen Bernstein will Mathilda ohnehin niemals wieder hergeben.

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