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Denkmalschutz in Rostock : Maroder Wasserturm wird saniert

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Land stimmt nach jahrelangen Verboten zu. Ziegel entstehen in Handarbeit. Beginn frühestens im Herbst #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 20.Mär.2017 | 08:00 Uhr

Nach jahrelangem Warten ist nun klar: Der Wasserturm wird saniert. Die Planung läuft bereits, die eigentlichen Arbeiten werden Ende dieses oder Anfang des nächsten Jahres vorgenommen werden. Das Denkmal in der Blücherstraße ist Anfang der 90er-Jahre innen und außen saniert worden. „Das ist außen leider nicht fachmännisch gemacht worden“, sagt Sigrid Hecht, die Chefin des Eigenbetriebs Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung der Hansestadt (KOE). Es würde Wasser in die Fugen geraten und der Turm sich dadurch kaputt frieren. Um die Kulturgüter der Stadt, die drinnen gelagert werden, müssten sich die Rostocker aber keine Sorgen machen. „Der Turm ist mal sehr klug gebaut worden“, sagt Hecht. Er habe von Natur aus hervorragende Voraussetzungen für die Lagerung der Kulturgüter, beispielsweise historischer Möbel.

Für viele Anwohner war unverständlich, dass die Sanierung nicht längst erfolgt ist. „Die Schäden sind jetzt noch größer“, moniert May-Britt Krüger, die auch für die CDU Mitglied im Ortsbeirat Stadtmitte ist. Seit Jahren sei der Wasserturm nur notdürftig geflickt worden. Das hätte auch die Stadtverwaltung gern anders gehabt, erklärt Hecht, „aber die Rechtsaufsichtsbehörde hat das anders gesehen“. Das Innenministerium hatte die Sanierungspläne aufgrund seiner Einsparvorgaben für die Hansestadt immer wieder gestrichen. Möglich war dies, weil das Vorhaben formal als freiwillige Leistung und nicht als Pflicht galt. Mitglieder des KOE-Betriebsausschusses erwogen sogar eine Schadensersatzklage gegen das Land, weil die Sanierungskosten auf lange Sicht steigen würden.

„Wir haben jetzt die Genehmigung, das in den pflichtigen Bereich zu kriegen“, so Hecht. Damit darf die Stadt den Turm zwar sanieren, aufgrund der fortgeschrittenen Schäden müsse allerdings erst eine komplett neue Bestandsaufnahme gemacht werden. Daran arbeitet derzeit ein Planungsbüro. Noch dieses Jahr wird ausgeschrieben. Aber die eigentlichen Arbeiten fallen vielleicht auch erst in das nächste Frühjahr. Das Gerüst für den Turm muss extra und kostspielig angefertigt werden und es könne nicht über den Winter stehen gelassen werden, so Hecht. Werde in diesem Jahr begonnen, müsse der Bau auch dieses Jahr fertig werden. Voraussetzung sei, dass neben dem Gerüst auch die Steine bereitstehen. „Die Ziegel müssen alle von Hand gefertigt werden“, sagt die KOE-Chefin.

Während der Baumaßnahme kann das Depot innen weiter verbleiben. Die Stadtverwaltung will auch die Außenanlagen erneuern. „Das ist alles noch nicht in dem Zustand, wie es sich für eine Hansestadt gehört“, sagt Hecht.

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