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Unimedizin Rostock : Mäuse helfen Darm-Forschern

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Dank der Untersuchungen an den Tieren verbessern Unimediziner Medikamente und Therapien. Stiftungen unterstützen die Vorhaben #wirkoennenrichtig

Gleich mehrere Nachwuchswissenschaftler aus der Abteilung Gastroenterologie der Unimedizin Rostock bekommen neuerdings Geld für ihre Forschung. Dank einer Finanzspritze der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von knapp 240 000 Euro kann beispielsweise Dr. Peggy Berlin ihre Untersuchungen zum so genannten Kurzdarmsyndrom fortsetzen. Dafür arbeiten sie und ihre Kollegen an Proben aus der Klinik sowie mit Mäusen. Das Tiermodell hat das Team zusammen mit internen Partnern aus Chirurgie, Anästhesiologie, Experimenteller Chirurgie und externen Kollegen entwickelt. Es ist das einzige seiner Art in Europa. Ziel der Wissenschaftler ist es, herauszufinden, wie anpassungsfähig der verbleibende Darm nach einer Teilentfernung ist.

Das Kurzdarmsyndrom ist eine schwere Erkrankung und ein Schwerpunkt der Rostocker Abteilung. Patienten kommen aus ganz Deutschland, um von den Unimedizinern behandelt zu werden. „Wir spannen den großen Bogen von der Grundlagenforschung bis hin zur klinischen Versorgung“, sagt Abteilungschef Prof. Georg Lamprecht. Wichtige Grundlagen für das Mausmodell schuf Karen Bannert, Masterabsolventin der Medizinischen Biotechnologie und Promotionsstudentin, mit einem Vorgänger-Modell auf Zellebene. Dafür waren der Arbeitsgruppe ebenfalls DFG-Gelder und ihr selbst Mittel der Landesgraduiertenförderung zur Verfügung gestellt worden. Mit den neuen Mitteln können nun eine technische Assistentin eingestellt sowie Laborbedarf und Kleingeräte angeschafft werden. „Ein Ritterschlag für die erfolgreiche Antragstellerin und die Arbeitsgruppe “, sagt Prof. Robert Jaster, Laborleiter in der Abteilung Gastroenterologie. „Die Förderung der DFG ist in Sachen Renommee und Schwierigkeitsgrad die höchste, die man in Deutschland erhalten kann.“ Wie ein bereits zugelassenes Medikament die Anpassung des verkürzten Darms fördert, interessiert Johannes Reiner. Für die Untersuchungen warb er Geld der Firma Shire ein. Der Assistenzarzt arbeitet in der Gastroenterologie und verteidigt demnächst seine Promotion. Wie verändert sich der Darm in seiner Struktur, wie gut kann er Nährstoffe, Wasser und Elektrolyte noch aufnehmen? Auch bei der Beantwortung dieser Fragen zur Wirkungsweise hilft Reiner das Mausmodell. Es zu entwickeln, dauerte ein halbes Jahr. Dr. Maria Witte aus der Allgemeinchirurgie wird für solche Forschungsaktivitäten von ihrem Chef freigestellt. „Die Fäden, mit denen wir an der Maus nähen, sind dünner als ein Haar. Ohne Mikroskop mit 16- bis 20-facher Vergrößerung geht das nicht“, macht Witte die Dimensionen deutlich.

Den Einfluss von Vitamin D auf den Verlauf chronisch-entzündlicher Darmkrankheiten untersuchen Dr. Holger Schäffler und Dr. Sarah Müller. Dabei werden sie seit 2016 von der Damp-Stiftung gefördert. Der Aspekt der Vitamin-D-Aufnahme in den Körper sei in MV von speziellem Interesse, sagt Gastroenterologe Lamprecht: „Das Bundesland ist mit wenig Sonneneinstrahlung schlichtweg Vitamin-D-Mangel-Gebiet.“

Über eine Förderung der DFG kann sich auch Biotechnologin und Promotionsstudentin Luise Borufka freuen. Sie widmet sich einer Autoimmunerkrankung, bei der sich der Körper gegen die eigene Bauchspeicheldrüse, das Pankreas, wendet.

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