Rostock : „Likedeeler“ schlägt neuen Kurs ein

Knotenlehre, Klabauter, Alltag auf See, Kreatives: Pädagogin Ulrike Brauer will Kindern und Jugendlichen ein umfangreiches Programm bieten.
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Knotenlehre, Klabauter, Alltag auf See, Kreatives: Pädagogin Ulrike Brauer will Kindern und Jugendlichen ein umfangreiches Programm bieten.

Pädagogin setzt Schwerpunkte in der Jugendarbeit. Programm läuft trotz andauernden Werftaufenthalts des Motorschiffes weiter #wirkoennenrichtig

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27. September 2017, 12:00 Uhr

Bis Anfang November, hofft Fördervereins-Vorstandsvorsitzender Wolfdietrich Barmwoldt, kann das Jugendschiff „Likedeeler“ die Werft in Warnemünde wieder verlassen. Dort wird es aktuell überholt – bekommt für gut eine Million Euro neue Rohrleitungen und eine frische Außenhaut.

Die Jugendarbeit in Schmarl geht trotzdem weiter – wenn auch nicht an Bord, sondern in einer leicht abgespeckten Variante im Haus Störtebeker, erklärt Wolfdietrich Barmwoldt. Seine Jugendarbeit hat das „Likedeeler“-Team schon vor dem Werft-Aufenthalt neu aufgestellt. Mit Ulrike Brauer ist seit Frühjahr eine neue Pädagogin da, die zwar klassischerweise frischen Wind mitbringt, aber auch alte Tugenden belebt. Neben der AG Seemannschaft für Kinder und Jugendliche ab der vierten Klasse soll die AG Kreatives Gestalten wieder belebt werden. Dabei können schon Kinder ab der ersten Klasse aktiv werden.

Für die freiere Freizeitgestaltung hat die „Likedeeler“ beziehungsweise jetzt das Haus Störtebeker für Rostocks Kinder und Jugendliche aber montags bis freitags von 13 bis 17 Uhr geöffnet – bietet Billard, Tischtennis, Volleyball, Fußball, Dart, einen Klubraum. Daneben bietet das Jugendschiff, wenn es zurückgekehrt ist, Ferienangebote – tageweise oder mit Übernachtungen für die ganze Woche. „Zu Ostern haben wir Familienwochenenden“, ergänzt Ulrike Brauer – gerade für die, die finanziell nicht so gut aufgestellt sind. Bei Klabauternächten übernachten Kita- und Schülergruppen auf dem Schiff und lernen etwas über den Klabautermann.

Dazu kommen noch Projekttage. „Rostocker Schulklassen nutzen uns als außerschulischen Lernort“, erklärt Brauer. Die Themen variieren: Wasser, Bernstein, Kutterrudern, Segeln – „wir sind flexibel“, sagt die Pädagogin, die von einem Kollegen und natürlich – gerade beim Segelunterricht – von Ehrenamtlichen unterstützt wird. Zur Flotte der „Likedeeler“ gehören drei Marinekutter, sieben Optis, eine Dhau und ein Zeesenboot.

Jugendschiff ist die „Likedeeler“ seit 1988, hat die „Vorwärts“ abgelöst. Barmwoldt hatte damals ihren Umbau zum Jugendschiff geleitet. Er hat Gesellschaftswissenschaften studiert, war in diversen Bereichen von Pädagogik bis Maschine tätig, arbeitete als technischer Offizier. Der „Likedeeler“ ist er treu geblieben, war vor der Rente ihr Geschäftsführer und nun der Vorsitzende des Vorstands. Zeit seiner Tätigkeit begleitete ihn ein Credo, das er mit dem pädagogischen Team teilt: „Jedes Rostocker Kind muss seine Stadt einmal vom Wasser aus kennenlernen.“ Dafür kooperieren sie auch mit dem benachbarten Traditionsschiff. Vorteilhaft sei, dass in den Zaun, der beide Schiffe trennt, ein Drehtor vom und in den Park eingebaut wird. Noch müssen die Besucher außen herum – sowohl die der „Likedeeler“ als auch die der „Dresden“.

Auf der Werft

„Überraschungen haben wir jeden Tag“, sagt Barmwoldt. Die Außenhaut der „Likedeeler“ sei in keinem guten Zustand. Aber die Werftarbeiter seien mit Herz und Liebe dabei. „So macht das Spaß“, sagt Barmwoldt, der mit einem Team regelmäßig vor Ort ist – gut unterstützt von sechs Kräften, die das Jobcenter entsandt hat. Schließlich müssten nicht nur die Werftarbeiter außen, sondern auch das Team innen anpacken. Als nächstes auf der Agenda: Sandstrahlen, alles Alte muss ab als Basis für die neue blaue Farbe.
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