Maritime Bildung Rostock : „Likedeeler“ geht in die Werft

Nahe dem Traditionsschiff und dem Langen Heinrich liegt die „Likedeeler“. Wolfdietrich Barmwoldt ist ihr seit mehr als 30 Jahren treu und leitete schon ihren Umbau.
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Nahe dem Traditionsschiff und dem Langen Heinrich liegt die „Likedeeler“. Wolfdietrich Barmwoldt ist ihr seit mehr als 30 Jahren treu und leitete schon ihren Umbau.

Jugendschiff der Hansestadt wird für eine Million Euro überholt. Angebote für Kinder und Jugendliche laufen im Haus Störtebeker weiter #wirkoennenrichtig

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01. September 2017, 08:00 Uhr

Die „Likedeeler“, Rostocks Jugendschiff, wird ab nächster Woche für rund eine Million Euro überholt. 1988 war sie das letzte Mal auf der Werft, als sie vom Frachtschiff zur schwimmenden Freizeitstätte für Jugendliche umgebaut wurde. Entsprechend aufregend ist es für die Crew um Vorstandschef Wolfdietrich Barmwoldt und Geschäftsführerin Kerstin Micheel, dass das Jugendschiff am Morgen des 5. September in die MV Werften Warnemünde kommt.

„Die Plattenstärken stimmen nicht mehr“, erklärt Barmwoldt. Sechs Millimeter konnte die „Likedeeler“ mal vorweisen, nun werden sich wohl einige um die drei bewegen. „Und ab drei Millimetern müssen die Platten gewechselt werden“, erklärt Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. Das solle auf der Werft passieren – nur dann kriegt die „Likedeeler“ das Schwimmfähigkeitszertifikat. Des Weiteren müssten Rohrleitungen etwa für die Toiletten erneuert, Masten eingerüstet, ein neuer Landanschluss gelegt werden. Mit einigen dieser Arbeiten konnte schon direkt am Liegeplatz in Schmarl begonnen werden. Das Hafen- und Seemannsamt hatte ein Ingenieurbüro engagiert, das den Werftaufenthalt vorbereitet. Auf der Werft soll die „Likedeeler“ sechs Wochen bleiben. „Ich fürchte fast, dass es länger dauert“, so Barmwoldt, „wenn man ein so altes Schiff anfässt …“

920 000 Euro sind für die Reparatur im Budget der Stadt reserviert. „Die gesamte Außenhaut wird sandgestrahlt“, so Barmwoldt. Die „Likedeeler“ bekommt einen neuen Anstrich auf ihren 82 Meter langen Rumpf. Bis 5. September heißt es nun Kistenpacken. „Wir müssen Räume ausräumen, in denen sonst gearbeitet wird“, sagt der Vorstandschef. Maritimes Lehrmaterial wie die Knotentafeln ziehen in drei Container und das Haus Störtebeker. Dort soll und kann die Jugendarbeit während der sechs Wochen weitergehen – die Arbeitsgemeinschaften, der tägliche freie Treff und auch Angebote für Gruppen. Bedauerlich für den Verein: Mit dem Werftaufenthalt müssen das Schullandheim und Freizeitlager erst mal ruhen. Schulen und Schüler aus Rostock und von außerhalb nutzen das Angebot gern, schlafen dann stilecht in den früheren Mannschaftskabinen, essen in der Messe und schnuppern echte Seeluft. Mit genau diesem Angebot nimmt die „Likedeeler“ Geld ein, um sich zu tragen und die Jugendarbeit, die auch von der Stadt gefördert wird, zu ermöglichen und das Schiff zu erhalten. Noch wichtiger ist daher ein erfolgreiches kommendes Jahr. „Es sieht auch gar nicht schlecht aus mit den Anmeldungen“, sagt Barmwoldt, „wir werden 2018 mit einem Verlust starten, dann aber alles daran setzen, das auszugleichen“.

Beim Verein arbeiten sechs Mitarbeiter fest, dazu kommen 156 Vereinsmitglieder, die sich ehrenamtlich engagieren. Sie verstreuen sich über ganz Deutschland. Eine Bonner Gruppe kommt regelmäßig zum Arbeitseinsatz. Rund 25 Mitglieder, die vor Ort leben, engagieren sich ständig aktiv für den Erhalt des Schiffes, so der Vorstandsvorsitzende. Zur Flotte der „Likedeeler“ gehören noch drei Marinekutter, sieben Optis, ein Dhau und ein Zeesenboot.

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