Rostock : Leidenschaft für besondere Schiffe

Sie gehören zu jenen Vereinsmitgliedern, die aktiv geholfen haben, den Schlepper „Wega“ in Schuss zu bringen: Jürgen Wulff (v.l.), Dieter Kuntze und Michael Egelkraut (v. l.).
Sie gehören zu jenen Vereinsmitgliedern, die aktiv geholfen haben, den Schlepper „Wega“ in Schuss zu bringen: Jürgen Wulff (v.l.), Dieter Kuntze und Michael Egelkraut (v. l.).

Verein Technische Flotte engagiert sich für besondere Schlepper, Eisbrecher und Co. Aktuell wird die „Wega“ auf Vordermann gebracht. #wirkoennenrichtig

von
12. November 2017, 16:00 Uhr

„Unser Verein wurde am 3. Oktober 2009 unter dem Namen Interessengemeinschaft Eisbrecher Stephan Jantzen e.V. ins Leben gerufen. 2012 erfolgte die Umbenennung in Technische Flotte Rostock e.V.“, weiß Michael Egelkraut, der von Anfang an dabei ist und zu den Gründungsmitgliedern gehört. Wie der ehemalige technische Inspektor der Warnemünder Bagger-, Bugsier- und Bergungsreederei und heutige Unternehmer berichtet, habe sich der Verein ehrenamtlich und stark engagiert schon immer um besondere Schiffe gekümmert. So beispielsweise um den Eisbrecher „Stephan Jantzen“ und den Schlepper „Petersdorf“. Vor einem Jahr erfolgte der Kauf des Hochseeschleppers „Wega“, der 1968 in Wilhelmshaven gebaut worden ist, dort bis 2016 als Arbeitsschiff im Einsatz war und seit Oktober vergangenen Jahres seinen Liegeplatz im Rostocker Stadthafen hat.

„Seither haben unsere Mitglieder, von denen viele aus maritimen Berufen kommen, ehrenamtlich unzählige Stunden in den Schlepper investiert“, sagt Jürgen Wulff, der erst seit vier Jahren dabei ist. Mit dem Eintritt ins Rentenalter hat der Warnemünder nach einem Hobby im technischen Bereich gesucht. „Nun bin ich zweimal wöchentlich an Bord der ,Wega’. Und die Arbeit im Team macht Spaß“, betont Wulff, der auch im Vereinsvorstand aktiv ist.

Ziel des Vereins ist es, die „Wega“ als Arbeitsschiff zu erhalten und sie allen Interessenten zugänglich zu machen. Täglich von 10 bis 17 Uhr sind große und kleine Besucher an Bord willkommen. Dort können sie die Brücke besuchen, einen Blick in den Maschinenraum oder in die Kombüse werfen und mit den Vereinsmitgliedern, unter denen etliche ehemalige Fahrensleute sind, fachsimpeln.

„Der Eintritt ist frei. Doch über eine Spende freuen wir uns sehr. Schließlich hat die Unterhaltung solch eines Schiffes ihren Preis. Zumal wir fast keine Sponsoren haben, sondern jeden Euro selbst erwirtschaften. Das macht uns unabhängig von der Politik“, erklärt Vereinsvorsitzender Egelkraut nicht ohne Stolz. Im Rahmen technischer Ausfahrten gibt es zudem Mitfahrgelegenheiten auf dem Schlepper „Wega“. So können beispielsweise der 90. Geburtstag eines ehemaligen Seemanns, eine Hochzeit oder das Jubiläum einer Firma zu einem besonderen Erlebnis werden. Nach Absprache geht es vier, fünf Stunden die Küste entlang oder hinaus auf Reede. Und selbst für das leibliche Wohl der Gäste wird gesorgt.

Auch wenn an Bord immer etwas zu werkeln ist, Zeit für den Seemannssonntag nimmt sich die Crew allemal. An jedem ersten Donnerstag im Monat sitzt das Team zusammen, spricht über Erfolge und Vorhaben, klönt über dies und das. „Natürlich haben auch unsere Mitglieder, die wie Pech und Schwefel zusammenhalten, einen großen Wunsch. Wir hoffen auf Verstärkung. Interessenten, die an Bord willkommen sind, sollten Zuverlässigkeit und die Freude, in einem gestandenen Kollektiv aktiv zu sein, mitbringen. Fachliche Kenntnisse sind nicht erforderlich“, so Egelkraut, der neuen Mitstreitern große Anerkennung auch seitens der Besucher aus nah und fern garantieren kann.

Kontakt: Technische Flotte Rostock e. V., Warnowallee 23, 18107 Rostock, Telefon 0172/545 63 01, E-Mail: technische-flotte-hro@web.de, Internet: www.technische-flotte-rostock.de

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen