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Doberaner Münster : Lego-Prinzip aus dem Jahr 1370

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Unterer Teil des Sakramentturms wird restauriert. #wirkoennenrichtig

Der obere Teil des Sakramenthauses im Münster Bad Doberan ist bereits fertig restauriert. Jetzt kümmern sich die Fachleute um den unteren Teil des 11,60 Meter hohen Schnitzwerkes, teilt Kustos Martin Heider mit.

Dafür werden die gesamten Fassungen des ältesten Beispiels für frei stehende Sakramenttürme Deutschlands offen gelegt und behutsam gereinigt. So können die Experten gleich fehlende Fassungen restaurieren und diese in einem nächsten Schritt nachvergolden. Auch Schäden, die durch zahlreiche korrodierte Nägel entstanden sind, sollen bei der Maßnahme beseitigt werden. Heider informiert, dass dafür die Nagelköpfe behutsam freigelegt werden müssen. Anschließend können die Restauratoren Korrosionsschutz auftragen und die Stellen später nachvergolden. Fehlende Kleinteile an Kreuzblumen oder am Maßwerk werden in Abstimmung mit der Denkmalpflege ebenfalls gleich ergänzt. Wie die Erbauer die Ebenen des knapp Zwölf-Meter-Turms aus dem Jahr 1370 damals miteinander verbunden haben, kann bei den Arbeiten in Augenschein genommen werden. „In Aussparungen der jeweils unteren Ebene können die darauf genau angepassten Abschlüsse der jeweils darüber folgenden Ebene eingesetzt werden“, erklärt Heider das Lego-Prinzip, wie es der ehemalige Konservator Johannes Voss bezeichnete. „Geschmiedete klappbare Bügel werden über Ösen des nächsten Teils gelegt, die mit kleinen Metallstiften verriegelt werden. Damit entsteht eine stabile Verbindung.“

Die Restaurierung des Eichenholz-Turms, in dem geweihte Hostien aufbewahrt wurden, ist Teil einer Maßnahme, für die insgesamt 250 000 Euro zur Verfügung stehen.

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