Rostock : Lange Nacht sucht wieder Mitwisser

Wollen die Vielfalt der Wissenschaft in Rostock abbilden (v. l.): Prof. Dieter G. Weiss, Dr. Viola von Oeynhausen, Dr. Steffen Stuth und Prof. Wolfgang Schareck.
Wollen die Vielfalt der Wissenschaft in Rostock abbilden (v. l.): Prof. Dieter G. Weiss, Dr. Viola von Oeynhausen, Dr. Steffen Stuth und Prof. Wolfgang Schareck.

Mehr als 240 Angebote für den 27. April vorbereitet. #wirkoennenrichtig

svz.de von
07. April 2017, 08:00 Uhr

800 Mitwirkende, 240 Angebote, 5000 Besucher – die Lange Nacht der Wissenschaften ist im 14. Jahr ihres Bestehens zu einem Anziehungspunkt geworden, der weit über die Grenzen von Rostock hinaus wirkt. Ganz egal, ob Jung oder Alt – wer sich für die Faszination der Wissenschaften interessiert und von deren Bandbreite überraschen lassen will, kann sich am Donnerstag, 27. April, mit Blick in das umfangreiche Programmheft verschiedene Touren zusammenstellen. 

Uni-Rektor Prof. Wolfgang Schareck ist begeistert vom Programm, das zahlreiche „Keimzellen des wissenschaftlichen Lebens in Rostock“ abbildet.  Die Besucher könnten sowohl erfahren, „wie man am besten Tretboot fährt, aber auch, wie sie durch optische Täuschungen beeinflusst werden“, so Schareck. Er weist auch auf einen Vortrag zur wachsenden Bedeutung des 3D-Drucks hin. „In meinem Schreibtisch habe ich auch einen Schraubenschlüssel aus dem 3D-Drucker, aber noch nicht zur Anwendung gebracht“, erklärt der Rektor.  Thematisiert würde in der Langen Nacht auch die Abschaffung des Bargeldes. „Es heißt ja, das schütze  mehr vor falschen Fünfzigern als neue“, so Schareck. Die meisten Veranstaltungen konzentrieren sich entlang der Campusachse von der neuen Physik in der Albert-Einstein-Straße bis zur Agrar- und Umweltfakultät. „Die Südstädter erleben dort anschaulich, wie sich ihr Stadtteil zum Wissenschaftsstandort mausert“, sagt der Rektor.

Das vierstöckige Institutsgebäude der Physik verwandelt sich für einen Tag in ein Schauhaus des Meeres. „Wir haben die Etagen thematisch aufgeteilt – vom Sediment des Meeresbodens über das Wasser selbst bis hin zur Luft über dem Meer“, sagt Dr. Viola von Oeynhausen. Die Physikerin freut sich auf die Zusammenarbeit mit Kollegen verschiedenster Institute und Einrichtungen. „Wir sind an diesem Tag sehr interdisziplinär, haben zum Beispiel die Forschungstaucher der Uni und das Institut für Ostseeforschung zu Gast“, erklärt sie. 

Die Lange Nacht der Wissenschaften habe sich von einer Stadt-Veranstaltung zu dem Public-Science-Event des Landes entwickelt, sagt Veranstalter Dr. Robert Uhde. Das zeige auch die Teilnahme von Wissenschaftlern aus ganz MV, von der Uni Greifswald oder aus dem Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Neustrelitz. Weiteres Wachstum der Veranstaltung hält er deshalb für absolut möglich – vor allem mit Blick auf das Doppeljubiläum von Stadt und Universität in den Jahren 2018/19.

„Es gibt immer etwas Neues zu entdecken. Das zeigt auch die Beweglichkeit der Wissenschaft, die immer neue Erkenntnisse hat, die dann vermittelt werden“, stimmt Uni-Rektor Schareck dem Veranstalter zu.

Veranstaltungen im Überblick: Papierboote, Plastinate und Planeten

• Um 18.15 Uhr eröffnet Bildungsministerin Birgit Hesse (SPD) als Schirmherrin die Lange Nacht der Wissenschaften in der Hochschule für Musik und Theater (HMT), Beim St.-Katharinenstift 8. Die Abschlussparty beginnt um 22 Uhr im ST-Club, Albert-Einstein-Straße. Zeitgleich gibt es eine Lasershow auf dem Südstadtcampus.

• Inoffiziell beginnen die Angebote aber bereits mit dem Paperboat-Rennen um 14 Uhr in der Fakultät für Schiffstechnik.

•  Für Kinder startet das Programm um 16 Uhr mit der Entdeckertour im Foyer des Hauptgebäudes. Teilnehmerinnen vom Girl’s Day erhalten nach Vorlage ihrer Teilnahmebestätigung freien Eintritt für sich und zwei weitere Personen.

• Im Institut für Anatomie gibt es  um 19, 20 und 21 Uhr Vorträge über die Faszination Plastination. Deutschsprachigen Hits in den USA widmet sich um 20.20 Uhr ein Vortrag im Orgelsaal der HMT. Optische Täuschungen beleuchtet Prof. Dieter G. Weiss ab 21 Uhr im Hörsaal des Instituts für Biowissenschaften, Albert-Einstein-Straße 3, in einem Vortrag mit Selbstversuchen. Um die Bedeutung der Rechtsmediziner bei der Rekonstruktion von Verkehrsunfällen geht es ab 19.30 Uhr im Audimax auf dem Ulmencampus. Thematisiert wird dabei auch die Massenkarambolage nach einem Sandsturm auf der Autobahn 19 aus dem Jahr 2011.

Im Planetarium geht es um 22 Uhr um den Sternhimmel im Mai.

• Zum zweiten Mal innerhalb der Langen Nacht stellen sich im Hörsaalgebäude der Physik die Jungforscher aus Rostocks Schulen vor. Unter anderem mit einer Experimentierstraße „Kulinarische Chemie“ und 8000 Holzbausteinen.

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