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Volkstheater Rostock : „Kürzungspläne sind skandalös“ - Petition vorbereitet

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Im Interview bekräftigt Thomas Diestel: Philharmonische Gesellschaft bereitet Petition für Landtag vor #wirkoennenrichtig

Die Philharmonische Gesellschaft Rostock setzt sich seit 1994 für die Norddeutsche Philharmonie und die Verbesserung ihrer Bedingungen ein. Mit Bestürzung haben die Musikfreunde die Kürzungspläne der Stadt und des neuen Intendanten Joachim Kümmritz zur Kenntnis genommen. Dazu bezieht der Vorsitzende der Philharmonischen Gesellschaft Thomas Diestel Stellung.

Intendant und Stadt wollen ein Vier-Sparten-Theater erhalten. Da die Deckelung der Ausgaben festgeschrieben ist, sollen die notwendigen Einsparungen durch die Streichung von Orchesterstellen erreicht werden. Was sagen Sie dazu?
Diestel: Es ist einfach skandalös. Vor 20 Jahren haben wir 100 Jahre Städtisches Orchester mit 95 Musikern gefeiert. Im 120. Jahr soll das Orchester von 73 auf 59 Musiker schrumpfen, wird ein hochwertiges Ensembles kaputt gespart. Und das nicht in einer Zeit klammer Kassen, sondern angesichts von rund 260 Millionen Euro Haushaltsüberschuss im Land. Werke von Bruckner, Schostakowitsch oder die 9. Sinfonie von Beethoven werden mit einem Schrumpforchester nicht mehr gespielt werden können. Zumindest nicht mit gebotener Klangfülle und Qualität. Weltberühmte Dirigenten und Solisten sind jedes Jahr in Rostock zu Gast. Das Orchester ist international unterwegs und eines der besten Aushängeschilder. Die Norddeutsche Philharmonie spielt in der 1. Liga. Außerdem sind die Musiker regelmäßig in Schulen und Kindergärten und vermitteln humanistische Werte.

Es wird kolportiert, dass nach Einsparungen in anderen Sparten nun erstmals auch das Orchester finanziell zur Kasse gebeten wird. Ist dem so?
Nein, der jetzt gekündigte Haustarif für das Orchester sah bereits eine Kürzung der Gehälter aller Musiker unter der Maßgabe vor, dass die Zahl der Orchestermitglieder nicht weiter sinkt. Denn seit Jahren werden Stellen gestrichen, blutet das Orchester aus. Besonders dramatisch ist, dass drei Stellen für Solo-Instrumente derzeit nicht besetzt werden können, wichtige musikalische Arbeit bleibt liegen. Das Durchschnittsalter der Orchestermitglieder beträgt 55 Jahre. Gerade aus diesen Gründen hat die Philharmonische Gesellschaft eine Stiftung ins Leben gerufen, um junge Musiker nach Rostock zu holen und mit Akademie-Geldern zu unterstützen.

Was werden Sie als Vorsitzender der Philharmonischen Gesellschaft jetzt unternehmen?
Wir werden die Kürzungspläne nicht akzeptieren. Viele Rostocker haben mich und den Verein gebeten, starken Protest zu organisieren. Ich bin dabei, eine Petition ins Leben zu rufen, die in Schwerin übergeben werden soll.

 

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