Lebensgeschichte : Künstler laden in Ateliers

Die Nähe zu Ostsee spiegelt sich in den Arbeiten von Horst Domröse wider. Seit 13 Jahren widmet sich der Rethwischer intensiv der Holzbildhauerei.  Fotos: Antje Kindler
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Die Nähe zu Ostsee spiegelt sich in den Arbeiten von Horst Domröse wider. Seit 13 Jahren widmet sich der Rethwischer intensiv der Holzbildhauerei. Fotos: Antje Kindler

Rethwischer Holzbildhauer Horst Domröse nimmt an Kunst offen teil und zeigt Skulpturen für Auge und Herz. #wirkoennenrichtig

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03. Juni 2017, 08:00 Uhr

Holz hat Horst Domröse schon immer fasziniert. Seit 13 Jahren beschäftigt sich der 68-Jährige intensiv mit dem Material und schafft mit Kettensäge, Flex, Hammer und Schnitzwerkzeug kleine Kunstwerke. Am Pfingstwochenende öffnet der Rethwischer seine Werkstatt in der Schulstraße 9 für Besucher, denn wie zahlreiche andere Kunstschaffende in ganz MV auch, beteiligt er sich an der Aktion Kunst offen. „Ich nehme jetzt, glaub ich, zum achten Mal daran teil“, überlegt Domröse, der sich auf kleine Werkstücke spezialisiert hat. Bis Montag jeweils von 10 bis 18 Uhr können Kunstinteressierte mit dem Holzbildhauer ins Gespräch kommen und sich seine Werke – Skulpturen für Auge und Herz – anschauen.

Zu seinen Hauptmotiven zählen Eulen, Schiffe und andere maritime Darstellungen. „Das wird besonders gern gekauft“, erzählt der Rethwischer. Persönlich schnitzt Horst Domröse auch gern Porträtköpfe, Paare und die so genannten Windmädchen. „Die heißen so, weil sie so aussehen, als wenn sie im Wind stehen würden“, erklärt er. „Ich mache aber auch sehr viele Auftragsarbeiten“, fügt er hinzu. Doch nicht nur Holz verarbeitet Domröse. Bei einigen seiner Werke setzt er auf einen Mix aus Holz, Metall und Stein. „Mein Material erhalte ich von hier. Das Holz stammt aus der Umgebung und die Steine von einem Bauern“, erzählt der Künstler. Bevor es ans Schnitzen geht, steht für Domröse erst einmal das Motiv. „In etwa 90 Prozent der Fälle habe ich schon eine Vorstellung, wie es aussehen soll und suche mir danach dann das passende Stück Holz aus.“

Seine Fertigkeiten hat der 68-Jährige damals in Kursen beim Holzbildhauer Harald Wroost erlernt. „Jeden Donnerstag haben wir uns getroffen und zwei Stunden geschnitzt. Danach wurde Manöverkritik geübt. Bei ihm im Zirkel habe ich viel gelernt“, blickt Domröse zurück, der sich erst im Alter von 55 Jahren voll auf die Kunst konzentriert hat. „Meine Eltern hatten eine Bauernwirtschaft und mein Vater hat gesagt: ,Du wirst Bauer’“, erinnert sich der Bildhauer, der bis zur Wendezeit in der Landwirtschaft tätig war und anschließend zum Handelsfachwirt umschulte. „Als ich dann mit 55 arbeitslos wurde habe ich überlegt ,Kleiner Mann, was nun?’ und mich entschieden, es mit der Kunst zu versuchen“, sagt Domröse. Also hat er sich auf seinem Grundstück sein kleines Atelier erschaffen und ist seitdem auch auf vielen Kunsthandwerkermärkten wie in Warnemünde, in der Nikolaikirche, Rerik oder Schwaan vertreten.

„Bei Kunst offen stelle ich nicht alleine aus. Die Malerin Susanne Schütt sowie Mutter und Tochter Engels sind mit dabei. Und das auch schon seit ein paar Jahren“, so Domröse, der sich wieder auf zahlreiche interessierte Besucher freut.

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