Rostock : KTV-Kino wird zur Kulturstätte

Für die Nutzung der Bühne im Theater des Friedens hat Sandra Dahlmann viele Ideen – und plant schon bis Ende 2018.   Fotos: Claudia Labude-Gericke
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Für die Nutzung der Bühne im Theater des Friedens hat Sandra Dahlmann viele Ideen – und plant schon bis Ende 2018. Fotos: Claudia Labude-Gericke

Hansa-Investor Rolf Elgeti hat das Theater des Friedens gekauft. Für das Programm ist Sandra Dahlmann als Geschäftsführerin verantwortlich #wirkoennenrichtig

svz.de von
30. September 2017, 12:00 Uhr

Die Farbeimer in den großen Fassadenfenstern verraten es: Im Theater des Friedens tut sich etwas. Seit Juli gehört der historische Bau in der Doberaner Straße 5, der zuletzt als Club für ein junges Zielpublikum betrieben wurde, Hansa-Investor Rolf Elgeti. Aber was nach der Eröffnung am 2. Dezember im Inneren passiert, das plant Geschäftsführerin Sandra Dahlmann. „Der Kopf ist voll und das Herz brennt“, beschreibt die zweifache Mutter ihren aktuellen Zustand.

Gerade erst hat sie die eigentlich für November geplante Eröffnung verschieben müssen. „Aber es gibt noch so viel zu tun und wir wollten nicht stückweise, sondern gleich komplett fertig durchstarten.“ Obwohl sich der Tanztempel in eine multifunktionale Begegnungsstätte für alle Generationen verwandelt, würden die früheren Besucher das Innere wiedererkennen. „Wir verändern die Farben und Tapeten, sodass es heller wird, auch die Möbel sind raus – aber wir bleiben dem Stil treu“, so Sandra Dahlmann.

Das Äußere des Gebäudes soll noch einen neuen Anstrich bekommen. „Ob die Fassade weiß bleibt, weiß ich noch nicht.“ Auf jeden Fall soll Gold eine Rolle spielen, weil dieser Farbton auch im neuen Logo auftaucht. „Und es kommt noch eine große Tafel außen dran, auf der mit Steckbuchstaben Veranstaltungen angekündigt werden können.“

Zwei der Fassadenfenster in Richtung Doberaner Straße würden noch zu Schaukästen umgebaut, in denen ebenfalls Programmankündigungen, aber auch Getränke- und Speisekarte Platz finden sollen. „Denn im Untergeschoss wollen wir Business Lunch anbieten“, so die Geschäftsführerin. Die Küche ist vorhanden, ein Koch noch nicht. Dafür aber konkrete Vorstellungen vom künftigen Angebot – „hochwertige Snacks“, sagt Sandra Dahlmann.

Wie viel ihr Lebensgefährte Rolf Elgeti für den Erwerb des ehemaligen Kinos investiert hat, will er nicht preisgeben. „Aber allein für den Umbau und die Ausstattung kommt noch mal gut die Hälfte des Kaufpreises obendrauf“, erklärt die Chefin, die regelmäßig zwischen ihrem Wohnsitz Potsdam und ihrem Herzensprojekt in Rostock pendelt. Um künftig noch näher am Geschehen zu sein, habe sie in der Nachbarschaft eine Wohnung gemietet. Schließlich sei es das Ziel, das Haus täglich zu öffnen. „Wir starten erst einmal mit Betrieb von dienstags bis sonntags. Aber ich wünsche mir, dass die Rostocker sicher sein können, dass hier immer etwas los ist.“

Je nach geplanter Veranstaltung könne die Bestuhlung wechseln, von 600 bis 700 Gästen bei Disco oder Konzert bis hin zu 130 Besuchern, wenn Tische und Stühle gestellt werden. Diese Flexibilität sei gut, weil das Theater des Friedens auch gemietet werden könnte. „Selbst Konferenzen sind hier vorstellbar“, erklärt die studierte Lehrerin für Deutsch und Politik. Bereits nach der Uni und als sie selbst noch Mitglied im Rohrstock-Ensemble war, sei ihr die Idee gekommen, dass Rostock ein eigenes Kabarett-Haus bräuchte, so wie es in vielen deutschen Großstädten zu finden ist. „Ich hatte erst das Hansa-Kino in der Maßmannstraße im Blick“, sagt Sandra Dahlmann. Mit dem Fokus auf dieses Gebäude sei dann aber schnell klar gewesen, dass eine Erweiterung des geplanten Programms um Konzerte, Lesungen und mehr noch viele weitere Gäste anlocken könnte. „Als dann das Frieden zum Verkauf stand, war klar, dass sich diese Ideen ideal dafür anbieten.“

Bei der Auswahl der Künstler blickt Sandra Dahlmann nicht nur in die deutschen Metropolen, sondern auch immer wieder nach Rostock selbst. Mit dem Volkstheater gebe es erste Gespräche für mögliche Kooperationen. Da ihr Herz für die Hansestadt schlägt, soll die Leinwand auf der Bühne nicht nur für alte Filmklassiker genutzt werden, sondern auch zur Übertragung von Spielen des FC Hansa Rostock. „Und wenn möglich, natürlich auch zur Weltmeisterschaft im kommenden Jahr“, sagt Sandra Dahlmann. Passend zum Großereignis habe sie für 2018 auch bereits eine Lesung zum Thema Fußball geplant. Ideen hat die Chefin genug – und in gut zwei Monaten auch endlich den passenden Rahmen dafür.

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