Sicherheit : Kriminalität in Rostock steigt

18 000 der 20 824 Kriminalfälle fallen in den Bereich von Sebastian Schütt, Leiter des Kriminalkommissariats. Der Mann für die schweren Fälle ist Rogan Liebmann, Leiter der Kriminalpolizeiinspektion.
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18 000 der 20 824 Kriminalfälle fallen in den Bereich von Sebastian Schütt, Leiter des Kriminalkommissariats. Der Mann für die schweren Fälle ist Rogan Liebmann, Leiter der Kriminalpolizeiinspektion.

Polizei stellt Statistik für 2016 vor: Zahl der Straftaten legt um 800 auf 20 824 zu. Weniger Handtaschenraub, mehr Diebstahl. Serien-Einbrecher geschnappt #wirkoennenrichtig

svz.de von
05. Mai 2017, 21:00 Uhr

Die Kriminalität in Rostock hat zugenommen. 800 Fälle mehr als im Vorjahr verbucht die Polizei in ihrer Statistik für 2016. Rohheitsdelikte wie Körperverletzung legten um 94 Fälle zu, Betrug und Fälschung um 521 und Diebstähle um 196 Fälle. „Sie sehen eine Entwicklung, die uns nicht glücklich macht“, sagt der Leiter der Polizeiinspektion Rostock, Michael Ebert.

Begründet sei die Zunahme von Kriminalität in der gesamtgesellschaftlichen Situation, aber auch durch die Ressourcen, mit denen die Polizei arbeiten müsse. Die Aufklärungsquote entspreche nicht dem eigenen Anspruch. Insgesamt ist sie in Rostock mit aktuell 58,5 Prozent laut Polizeikriminalstatistik relativ stabil. 2016 konnten 75 Prozent der Handtaschenraubfälle aufgeklärt werden. Deren Zahl ging von 17 auf 12 gemeldete Fälle zurück. Gestiegen ist innerhalb der Rohheitsdelikte vor allem die einfache Körperverletzung, sagt der Leiter des Kriminalkommissariats Sebastian Schütt. Er vermutet aber, dass mehr Fälle zur Anzeige gebracht werden – allein durch die zunehmende Nutzung der aber schon vor zehn Jahren installierten Internet-Wache. 4000 bis 5000 Internetanzeigen kämen jährlich allein aus Rostock, nicht alle ernsthaft, manche doppelt.

Hinter der Steigerung der Diebstahlzahlen, die in seinen Bereich fallen, stünden mehr geklaute Kraftfahrzeuge. „Jeden zweiten Tag wurde in Rostock ein Auto gestohlen“, sagt Schütt. „Gerade hochwertige Kfz werden organisiert verschubt“, sagt der Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Rogan Liebmann. Dafür hätten die Täter von Krafträdern abgelassen, die Zahl ist von 276 auf 63 gesunken. Bei den Kfz-Diebstählen sei es aber noch nicht gelungen, Licht ins Dunkel zu bringen. Aufklärung: 8,5 Prozent. Liebmann hat es mit den besonders schweren Fällen zu tun – Vergewaltigung, Mord, Kinderpornografie sowie organisierter und Wirtschaftskriminaliät. Tötungsdelikte – also Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen und versuchten Mord – gab es 7. Cybercrime ist ein Bereich mit sehr geringer Aufklärungsrate, daher wurden im September zwei IT-Fachleute eingestellt, die parallel zu ihrer Arbeit zu Polizisten ausgebildet werden. „Wenn man das Wissen zusammenfügt, dann kommen wir wenigstens weiter“, sagt Liebmann.

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