Staugefahr : Kreuzung wird umgebaut

Wie die Straßenbahn sollen auch Autofahrer künftig die Stadtautobahn mithilfe einer Brücke queren können. Das erspart lästige Ampeln.
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Wie die Straßenbahn sollen auch Autofahrer künftig die Stadtautobahn mithilfe einer Brücke queren können. Das erspart lästige Ampeln.

Ampelfreie Lösung für Stadtautobahn auf Höhe Evershagen. Ab September droht Tempo 30. #wirkoennenrichtig

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07. April 2017, 05:00 Uhr

Ab September droht auf der Stadtautobahn Dauerstau. Dann sollen die Arbeiten am ampelfreien Kreuzungsbauwerk Evershagen starten, erklärte Ronald Naumann vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Schmarl. Während der insgesamt etwa bis Juni 2019 dauernden Bauphase werde es zwar keine Sperrung von Spuren geben, wohl aber ein Tempo-30-Limit. „Ich verspreche Ihnen: Das Ordnungsamt wird kräftig blitzen“, so Naumann.

Die Geschwindigkeitsbegrenzung sei nötig, um das Risiko für die Bauarbeiter zu minimieren. Ausweichmöglichkeiten auf Nebenstraßen wollen das Landesamt und die Stadt möglichst unterbinden. „Wir werden die Verweildauer im Nebennetz erhöhen, weil wir wollen, dass der Verkehr auf der 103 flüssiger läuft“, sagt Naumann. Im Klartext: Die Rotphasen an den Ampeln der Umfahrungsstrecken werden verlängert. Sonst drohe deren Überlastung, da sich die Autofahrer erfahrungsgemäß „nicht freiwillig in den Stau stellen“. Die Vorbereitungen für den Umbau laufen bereits seit Mitte 2010. Unter anderem war ein Planfeststellungsverfahren nötig. Außerdem mussten vor Ort lebende Zauneidechsen eingesammelt und umgesiedelt werden, da sie zu den besonders schützenswerten Arten zählen. Anschließend wurden vor Kurzem vorsorglich Bäume gefällt.

In einem ersten Schritt wird eine Brücke über die Stadtautobahn errichtet. „Den Bau wollen wir ab Mai europaweit ausschreiben“, sagt Naumann. Laufe dann alles nach Plan, könne der Termin im September gehalten werden. Aufgrund des bisher noch nicht freigegebenen Budgets sei es allerdings auch denkbar und sogar wahrscheinlich, dass sich der Baustart für die neue Brücke bis zum Frühjahr 2018 verzögert. „Das ist nicht weiter dramatisch“, erklärt Naumann. In dem Fall würden die Brücken- und Straßenarbeiten parallel erfolgen. Dennoch sollen jeweils beide Spuren nach Norden und Süden generell offen bleiben.

Vollsperrungen sind lediglich nachts zwischen 21 und 5 Uhr an zwei bis drei Wochenenden vorgesehen. Sie seien für die Installation der Brücke unumgänglich, so Naumann: „Für den Überbau brauchen wir Hilfsgerüste, auf denen die Arbeiter rumlaufen müssen – das wäre mit fließendem Verkehr zu gefährlich.“ Der genaue Zeitpunkt hänge vom Bauverlauf ab und werde jeweils rund zwei Wochen vorher angekündigt.

In den Umbau wird auch der Abbieger von und in die Straße An der Jägerbäk integriert. Eine Fußgängerbrücke an eben dieser Stelle wird es aus Kostengründen nicht geben, dafür sei der Bedarf zu gering, so Naumann. Ihm zufolge veranschlagt das Landesamt insgesamt acht Millionen Euro für das Vorhaben. Der Antrag sei im November gefertigt und im Februar zur Prüfung geschickt worden. Die Hansestadt hat drei Millionen Euro im diesjährigen Haushalt eingestellt.

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