zur Navigation springen

Rostock : Krawall-Kinder nerven Anwohner

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Interessengemeinschaft will Beschimpfungen und Randale offensiv angehen und hofft auf Hilfe durch Eltern, Polizei und Verwaltung #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 20.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Sie pöbeln, randalieren und bespucken diejenigen, die sich beschweren: Einige Kinder machen den Anwohnern und Geschäftsleuten rund um das Friedensforum in Toitenwinkel das Leben schwer. So auch Gernot Malz*. Er wurde genau wie viele andere von den einheimischen Kindern schon mit Steinen und diversen anderen Gegenständen beworfen. Zum Teil streckten die 10- bis 13-Jährigen den Erwachsenen auch den blanken Hintern entgegen. „Letztens hat einer die Hose runtergezogen und gerufen: ,Du olle Sau, ich piss dich an‘“, sagt Malz. Die Mitarbeiterin einer Immobilienverwaltungsfirma und andere Frauen seien sogar noch deutlich übler beschimpft worden.

Malz reicht es jetzt. Zusammen mit Nachbarn hat er eine Interessengemeinschaft gegründet, um das Problem offensiv anzugehen. Unter anderem wollen er und sein Mitstreiter Felix Großer* den Ortsbeirat einschalten und dazu dessen heutige Sitzung um 18.30 Uhr im Ortsamt Ost, Jawaharlal-Nehru-Straße 33, besuchen. Bei der Polizei seien sie bereits gewesen, sagen Malz und Großer. „Aber die sind auch überfordert.“ Erst, als bei einem Jungen mal durch die eigene Mutter der Verdacht aufgekommen sei, er stehe unter Drogen, hätten die Beamten wirklich reagiert.

In der Schule seien sie ebenfalls vorstellig geworden, erklärt Malz. Aber auch von dort habe es keine wirkliche Unterstützung gegeben. Quartiermanager Jens Anders hingegen habe seine Hilfe zugesagt und sich den Ort bereits angesehen, ist jetzt aber im Urlaub. Betroffen sei vor allem die Tiefgarage in der Salvador-Allende-Straße, so Malz. Die Kinder würden gerne auf der Mauer in der Zufahrt sitzen und von dort gegen die Autos spucken, treten, draufspringen oder plötzlich vor das Fahrzeug laufen. Außerdem würden sie häufig auf dem dünnen Blechdach herumklettern und sich damit selbst in Gefahr begeben, so Großer. In die eigentlich verschlossene Tiefgarage verschaffen sich die Kinder Zutritt, indem sie mit einem kleinen Stein verhindern, dass die Tür richtig zufällt. Oder sie schlüpfen zusammen mit einem einfahrenden Auto ins Innere, blockieren dort dauerhaft die Lichtschranke, skaten zwischen den Fahrzeugen und spielen ohne Rücksicht auf Verluste Fußball. Leidtragende sind die Parkplatzmieter, unter ihnen auch Geschäftsleute.

Malz und Großer hoffen darauf, die Eltern der Kinder ausfindig zu machen: „Nur so lässt sich das Problem lösen.“ Weiterhelfen könnten aus ihrer Sicht aber auch Überwachungskameras. Und zur Sicherheit der Kinder und Passanten auf dem Platz ein Poller oder die Ausweisung des betreffenden Abschnitts als Spielstraße. Denn gerast werde dort auch gerne.

*Namen geändert

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen