#wirkoennenrichtig hafen : Koordinator des Terminalbetriebs

Absprache am Terminal: Jens Käkenmeister (r.) und Denis Oswald vor der „Viking Sky“
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Absprache am Terminal: Jens Käkenmeister (r.) und Denis Oswald vor der „Viking Sky“

Jens Käkenmeister hält die Fäden zusammen und sichert mit seinem Team die Abfertigung der Kreuzliner

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03. Mai 2017, 16:00 Uhr

Am Cruise Center Warnemünde ist das bunte Treiben abgeebbt. Das Gros der Passagiere vom Kreuzliner „Viking Sky“, der vorigen Freitag hier festgemacht hat, ist ausgeflogen. Allein 600 gingen mit dem Zug nach Berlin auf Entdeckungsfahrt. Ein Teil der Besatzung des norwegischen Kreuzfahrtschiffes versammelt sich zünftig im Rettungsoutfit auf dem Bootsdeck, nutzt die Zeit für eine kleine Rettungsübung. Im Terminalgebäude ist Ruhe eingekehrt, zumal bei diesem Schiff auch kein Passagierwechsel erfolgt.

Zeit für das Team von Rostock Port und den verschiedenen Dienstleistern, einmal durchzuatmen. Terminalleiter Jens Käkenmeister (49) hat sich in sein Büro unter dem Dach des Gebäudes zurückgezogen. Die Schiffsdarstellungen aus Metall, Holz oder Porzellan an den Wänden sind Erinnerungen an die vielen Schiffe, die hier bereits zu bedienen waren.

Aus dem Fenster blickt er hinaus auf den Kai, wo der Viking-Cruiser gerade mit Proviant versorgt wird. Bevor das Schiff am Abend stimmungsvoll mit Shantys der Klaashans verabschiedet wird, soll es gut ausgerüstet auf die Reise gehen.

Mit der „Aidadiva“ hatte hier vorige Woche die Kreuzfahrtsaison 2017 begonnen. Neue Aufgaben, neue Herausforderungen mit immer größeren Schiffen mit mehr Passagieren stehen bevor. Zum Auftakt war für Aida gleich ein großer Passagierwechsel mit viel Gepäck zu meistern. Nun geht es Schlag auf Schlag. Am 1. Mai war die „Aidadiva“ wieder da, gestern folgte die „Rotterdam“. Unter den 36 Kreuzfahrtschiffen, bei denen in diesem Jahr bei 190 Anläufen rund 800 000 Passagiere in Rostock an und von Bord gehen, sind auch fünf Neulinge. Nach „Viking Sky“ laufen auch „MSC Magnifica“, „Norwegian Gateway“, „Seven Seas Explorer“ und „Columbus“ erstmals die Warnowmündung an.

Drei Vierfachanläufe stehen im Kreuzfahrtkalender. Es gibt 50 Passagierwechsel und 61 Teilreisewechsel. Viel Arbeit für das Team von Rostock Port, das im Miteinander mit den Reedereien, Maklern, Ämtern und Behörden dienstleistungsbereit ist.

„Die Crew freut sich auf die neue Saison und hat sich entsprechend vorbereitet“, erklärt Jens Käkenmeister. Der gebürtige Rostocker leitet seit Januar neben seinen Aufgaben als Leiter der Hafensicherheit auch das Warnemünder Terminal. Zu seinem Team gehören zehn Mitarbeiter von Rostock Port und in Spitzenzeiten bis zu 40 von einem Sicherheitsunternehmen. Als Operator fungiert Denis Oswald, sein Stellvertreter. Zu den Aufgaben gehören vom Fest- und Losmachen der Schiffe im Zusammenwirken mit Dienstleistern der gesamte Terminalbetrieb. Besonders, wenn mehrere Schiffe zugleich kommen, mehrere Passagierwechsel erfolgen, wird es eng an den Kais.

Die Vorkehrungen auf die neue Saison liefen praktisch schon gleich nach Abschluss der vergangenen an, die heiße Phase begann etwa im März. Im und am Terminalgebäude erfolgte eine Vielzahl kleinerer Sanierungen – von der Erneuerung einiger Waschbecken und WCs bis hin zu neuen Fliesen, neuen Bänken und neuen Müllbehältern. Glastüren waren zu verändern, die Beleuchtung auf LED umzustellen, die Sicherheitstechnik auf den neuesten Stand zu bringen.

Wie an den Liegeplätzen 7 und 8 war die Grauwasser- entsorgung auch für die Liegeplätze 1 bis 6 durch das Einbringen größerer Rohre zu gewährleisten. 150 Kubikmeter Grauwasser können nun auch hier pro Stunde entsorgt werden.

Alles lief Hand in Hand mit der Bauabteilung und klappte gut, kann der Hafenmanager berichten. Am Liegeplatz 8 war zudem das große Zeltterminal aufzubauen. Es konnte zehn Meter größer ausgelegt werden, nachdem die Einschränkungen durch den Bahnbau entfielen. Mit dem heutigen Anlauf der „Regal Princess“ nimmt es den Betrieb auf. Das Zeltprovisorium soll voraussichtlich bis 2020 durch ein weiteres festes Terminalgebäude (zu errichten über zwei Winterhalbjahre) ersetzt werden.

Auch im Seehafen erfolgen 17 Anläufe. Bevor hier der spanische Reiseveranstalter Pullmantur mit der „Monarch“ im Juni sein Programm startet, ist an der Ladenstraße am Liegeplatz 31 ein Zelt zu errichten, sind am Kai wieder die großen Yokohama-Fender anzubauen, um die Proviantierung des Schiffes zu ermöglichen. Einmal ist auch im Seehafen ein Doppelanlauf avisiert, wofür dann die Liegeplätze 41 und 31 vorzubereiten sind.

Jens Käkenmeister hat die verschiedenen Abläufe zu koordinieren, hält die Fäden des Terminalbetriebs zusammen, sorgt mit seinem Team dafür, dass Rostock seinem guten Ruf als größter Kreuzfahrthafen an der deutschen Ostseeküste gerecht wird.

Seit 1983 ist der gelernte Elektriker im Rostocker Hafen tätig, wurde hier Dispatcher und seit 2005 Leiter Hafensicherheit. Als spezielle Aufgabe kam nun die Kreuzfahrt hinzu. In der Saison bleibt da kaum Zeit für sein Hobby, den Tischtennissport.

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