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Rostock : Kochen für den Stadtteil

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Verein Gemeinsam für Groß und Klein setzt sich für bessere Lebenssituation der Bewohner ein. #wirkoennenrichtig

Der im November 2005 gegründete Verein Gemeinsam für Groß und Klein e.V. zählt derzeit 30 aktive Mitglieder, die fast ausschließlich weiblich sind. Deren Ziel ist es, die Lebenssituation der Menschen in Groß Klein nachhaltig positiv zu verändern. „Besonders am Herzen liegt uns das Wohl von Kindern. Leider gibt es etliche Mädchen und Jungen, die gänzlich ohne Frühstück morgens zum Unterricht gehen. Oder die mit einer Tüte Chips und Süßigkeiten in die Schule geschickt werden. Deshalb haben wir vor fast elf Jahren das Projekt ,Gesundes Schulfrühstück. Lernen aber satt’ ins Leben gerufen. An der benachbarten Grundschule am Taklerring haben seither von Montag bis Freitag zwischen 60 und 80 Kinder die Möglichkeit, mit einem gesunden Frühstück in den Tag zu starten“, sagt Helga Ketelhohn. Sie ist seit acht Jahren Mitglied im Verein und seit vier Jahren Vorsitzende.

Täglich gehören zwei Vereinsmitglieder morgens um 7 Uhr zu den ersten Kunden eines Marktes, wo sie Brot, Käse, Wurst sowie Obst und Gemüse einkaufen. Anschließend bereiten sie für die Lütten das Essen und einen heißen Tee zu. Einmal wöchentlich werden zudem Milch und Kakao angeboten. Ab und an dürfen sich die kleinen Leckermäulchen auch über einen Pudding freuen. „Leider wird dieses Projekt seit 2009 nicht mehr vom Bund gefördert. Wohl wissend, dass manche Kinder keine weitere Mahlzeit am Tag erhalten. Wir sind also absolut auf Spenden angewiesen. Glücklicherweise unterstützen uns die Ospa, die Wiro, die Stadtwerke und die Tierarztpraxis Dr. Winkler“, zeigt sich die Vorsitzende dankbar. Ganz nebenbei lernen einige der kleinen Gäste hier auch, wie sie sich am hübsch dekorierten Tisch in der Gemeinschaft benehmen sollten.

Großer Beliebtheit erfreut sich auch das Projekt „Pausenversorgung“ im Börgerhus. Täglich bereiten zwei Vereinsmitglieder in der dortigen Küche ein schmackhaftes, bezahlbares Mittagessen zu und backen leckere Kuchen. Das frische Gebäck und eine Tasse Kaffee werden zudem auf Wunsch im Rahmen verschiedenster Veranstaltungen, die im Stadtteil- und Begegnungszentrum stattfinden, angeboten. Dazu gehören unter anderem der Ostermarkt, das Stadtteilfest, der Weihnachtsmarkt oder der monatliche Seniorennachmittag der Awo, zu der ein freundschaftlicher Kontakt besteht. „Außerdem sind einige unserer Mitglieder auch als Kursleiter aktiv. Sie laden zum Korbflechten und Malen ein“, macht Helga Ketelhohn auf ein weiteres Angebot des Vereins aufmerksam. Ihr Dank gilt allen Sponsoren und ihren aktiven Mitstreitern, die allein im vergangenen Jahr rund 5000 Stunden überwiegend im Ehrenamt geleistet haben. Ein Kinderlächeln, so die 67-Jährige, ist für alle Akteure der schönste Lohn.

Im Gespräch: Helga Ketelhohn
Gibt es ausreichend Helfer, die in den beiden vereinseigenen Projekten „Das gesunde Schulfrühstück. Lernen aber satt“ und „Pausenversorgung“ mitarbeiten?
Ketelhohn: Momentan hat der Verein 13 Angestellte, die auf geringfügiger Basis und vor allem aber im Ehrenamt arbeiten. Wir sind immer auf der Suche nach weiteren, auch jüngeren Mitstreitern. Doch die sind schwer zu finden.
Woran liegt das?
Sich ein wenig gesellschaftlich zu engagieren statt vorm Fernseher beziehungsweise allein zu Hause zu sitzen, fällt nicht jedem leicht. Zudem wird das Ehrenamt zu wenig anerkannt. Vielleicht wären ein paar Rentenpunkte eine gute Motivation.

 

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