Rostock : Kleingärtner wählen neue Spitze

Die Wahl eines neuen Vorstands war nur eines der Themen, die 180 Delegierte aus 114 der insgesamt 153 Mitgliedsvereinen des Rostocker Verbands der Gartenfreunde in der Stadthalle zu besprechen hatten. Der Verband will ein neues Hauptquartier bauen und auch ein Abwahlantrag gegen den Vorsitzenden Christian Seifert stand auf der Tagesordnung – er wurde zurückgezogen.
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Die Wahl eines neuen Vorstands war nur eines der Themen, die 180 Delegierte aus 114 der insgesamt 153 Mitgliedsvereinen des Rostocker Verbands der Gartenfreunde in der Stadthalle zu besprechen hatten. Der Verband will ein neues Hauptquartier bauen und auch ein Abwahlantrag gegen den Vorsitzenden Christian Seifert stand auf der Tagesordnung – er wurde zurückgezogen.

Während ein Abwahlantrag gegen Vorsitzenden Seifert zurückgezogen wurde, wurden die Pläne für neues Verbandshaus vorgestellt. Oberbürgermeister mahnt zu fairer Kooperation. #wirkoennenrichtig

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13. November 2017, 05:00 Uhr

Als Abgesandte der mehr als 40 000 Kleingärtner der Hansestadt haben 180 Delegierte aus 114 der insgesamt 153 Mitgliedsvereine des Rostocker Verbands der Gartenfreunde am Sonnabend in der Stadthalle einen neuen Vorstand gewählt. Zu dem Gremium gehören auf unbestimmte Zeit Marko Diekmann, Daniel Allzeit und Susann May sowie Maik Graske und Robert Kröger als Nachrück-Kandidaten. Zum Ehrenmitglied der Gartenfreunde wurde der Ex-Grünamtsleiter Stefan Neubauer ernannt. Die Bestellung des neuen Vorstands war nötig geworden, da drei Mitglieder aus Altersgründen ausschieden, so der Verbandsvorsitzende Christian Seifert.

Gegen den Verbandschef sollte am Sonnabend auch ein Abwahlantrag vonseiten der Kleingartenanlage Am Pütterweg auf der Tagesordnung stehen. Die Gärtner bemängelten, dass Seifert sich als Vorsitzender nicht genügend für die Interessen der Pächter einsetze, die wegen des geplanten Wohnungsbaus am Groten Pohl weichen müssen. Die Forderung zu seiner Abwahl wurde zwar nicht mehr fristgerecht eingereicht, dennoch stellte Seifert die Vertrauensfrage. „Wenn es für die Gartenfreunde ein Thema ist, müssen wir uns dem stellen“, sagt er und berichtet, dass er „mit überwältigender Mehrheit im Amt bestätigt“ wurde. Der Antrag soll nun zurückgezogen werden.

Auch die Pläne für den Bau eine neuen Verbandshauses in der Viergewerkerstraße hat Claus Sesselmann vom Rostocker Architekturbüro Matrix den Delegierten in der Stadthalle erstmals vorgestellt. „Wer das jetzige Gebäude kennt, weiß, dass die Zustände dort unhaltbar sind“, sagt Seifert. Insbesondere die Sanitäranlagen stellten eine Zumutung dar. Für den Bau wurden in den letzten Jahren gezielt Rücklagen gebildet, die nun investiert werden sollen. Die Bauvoranfrage sei bereits bei der Stadt eingereicht, derzeit werde geprüft, ob Anspruch auf Fördermittel bestehe, so Seifert.

Vor den Delegierten betonte Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos), dass Stadt und Pächter trotz der Räumung von mehr als 500 Parzellen zusammenarbeiten müssten, statt gegeneinander. „Vor einem Jahr habe ich versprochen, dass bei jedem neuen Wohngebiet auch Kleingärten entstehen werden – und dabei bleiben wir“, so Methling. Der erste Schritt sei mit 20 Parzellen in der Nobelstraße getan. Er unterstrich jedoch, dass die Abmachung, für verschwindende Parzellen die 1,3-fache Wertsumme zu zahlen, auf keinem rechtlichen Grundsatz Fuße. „Wir halten uns daran. Wenn aber kein Einverständnis von Ihrer Seite kommt, muss die Stadt diese Abfindung nicht zahlen. Zusammenarbeit auf Augenhöhe gilt für beide Seiten“, so Methling. Gemäß der aktuellen Bauvorhaben müssen insgesamt 525 Parzellen in Rostock weichen. Die Auslösesumme belaufe sich allein in der Anlage Pferdewiese auf 50 000 Euro, die laut Methling bis Ende des Jahres gezahlt werden sollen. Bei Genehmigung eines Dringlichkeitsantrags an die Bürgerschaft würden auch die 454 000 Euro für die Pächter der Anlage Heydemann bis Jahresende ausgezahlt, so der Oberbürgermeister.

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