#wirkoennenrichtig heimat : Kleiner Bahnhof mit viel Geschichte

Der Bahnhof in Schmarl wurde nach Inbetriebnahme der S-Bahn geschlossen. Stattdessen dient heute der Haltepunkt Lütten Klein als Station für beide Stadtteile.
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Der Bahnhof in Schmarl wurde nach Inbetriebnahme der S-Bahn geschlossen. Stattdessen dient heute der Haltepunkt Lütten Klein als Station für beide Stadtteile.

Vier grundlegende Umbauten erlebte die Station in Schmarl – vom Dorfstopp hin zum modernen Haltepunkt Lütten Klein

svz.de von
03. April 2017, 15:00 Uhr

Der Bahnhof Schmarl ist zwar klein, aber auch seine Geschichte ist bewegt und verdient Beachtung. Die Station nahm seine Funktion am 1. September 1886 auf, nachdem die Strecke Rostock–Warnemünde in Betrieb gegangen war.

Neben Schmarl hatten zunächst noch Bramow und die Ulmenstraße Haltestellen. Das Bahnhofsgebäude von Bramow ist heute sogar noch erhalten. Damals waren Schmarl und Bramow Dörfer, deren Bewohner der Landwirtschaft nachgingen. Empfangsgebäude im eigentlichen Sinne gab es dort nicht, lediglich Häuser, in denen die Verwaltung untergebracht war. Erst langsam veränderten sich die Verhältnisse.

Nach 1930 begann die Industrialisierung des Nordwestens hinter Bramow. Es waren die Heinkel-Flugzeugwerke, die größere Flächen für den Flugverkehr zu Testzwecken benötigten. Das hatte besonders auf den Bahnhof Schmarl Auswirkungen. Die Landepiste des Flugplatzes musste um 180 Meter nach Nordwesten verlängert werden. Dies hatte Konsequenzen für den Bahnhof. Er musste abgerissen und durch eine vollkommen neue Anlage ersetzt werden. 1937/38 bekam der Bahnhof ein neues, stattliches Gebäude, welches heute noch vorhanden ist, aber nicht länger als Bahnhof dient. Hier gab es ein Stellwerk, eine Fahrkartenausgabe, einen Warteraum, Gepäck- und Expressgutverkehr sowie ein Ladegleis von 80 Metern Länge. Der Bahnhof entsprach den modernen Standards der Zeit.

Das Empfangsgebäude bewährte sich bis zum Jahr 1974. Dann jedoch forderte der Wohnungsbau im Nordwesten Änderungen im Streckennetz der künftigen S-Bahn, die zweigleisig durch die Wohngebiete geführt werden sollte. Die bisherige Strecke wurde entsprechend in eine neue Gleislage gelegt. Die alte Trasse mit dem Mittelpunkt Schmarl wurde abgerissen und damit waren auch die Bahnhofsbauten Geschichte.

Allerdings stand der Station Schmarl/Lütten Klein noch ein vierter Umbau bevor. Die Internationale Gartenausstellung IGA warf ihre Schatten voraus. Zwischen dem Bahnhof und der Warnow lag das weitläufige Ausstellungsgelände. Für den Reiseverkehr mit der Bahn musste der Haltepunkt umgebaut werden. Der Mittelbahnsteig wurde entfernt, stattdessen gab es nur noch zwei überdachte Außenbahnsteige. Außerdem wurde ein neuer Busbahnhof angelegt, besondere Außenabgänge auf beiden Seiten in Form von barrierefreien Rampen und ein Reise-Center mit Mini-Gaststätte. Dieser Umbau wurde allseits positiv aufgenommen.

Und so war bedingt durch die Erfordernisse der Stadtentwicklung aus einem kleinen Dorfbahnhof ein moderner Haltepunkt mit Reise-Center geworden.

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