Rostock : Kita-Knirpse sind heiß auf Eis

Erzieherin Katja Ross (links kniend) hat die Kooperation organisiert. Vom Eishockey-Club helfen Gino Blank (hinten l.) und Dennis Dörner mit, von den Shorttrackern die Sportler Louis (2. v l.), Willi (hinten, 4. v. l.), Franzi (hinten 2. v. r.) sowie die Trainerinnen Ivonne Bolt und Melanie Sagert (hinten r.).  Fotos: Claudia Labude-Gericke
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Erzieherin Katja Ross (links kniend) hat die Kooperation organisiert. Vom Eishockey-Club helfen Gino Blank (hinten l.) und Dennis Dörner mit, von den Shorttrackern die Sportler Louis (2. v l.), Willi (hinten, 4. v. l.), Franzi (hinten 2. v. r.) sowie die Trainerinnen Ivonne Bolt und Melanie Sagert (hinten r.). Fotos: Claudia Labude-Gericke

Rostocker Sportvereine kooperieren mit Kindertageseinrichtung aus dem Patriotischen Weg. Neben Spaß steht auch die Sichtung von Nachwuchs im Vordergrund #wirkoennenrichtig

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06. Februar 2018, 12:00 Uhr

Die Kinder, deren Schlittschuhe schon festgezurrt sind, scharren im wahrsten Sinne des Wortes mit den Kufen. Sie können es kaum erwarten, die spiegelglatte Bahn der Rostocker Eishalle zu betreten. Einmal pro Woche dürfen sich die Vorschüler der Kita Kalis Kinderwelten auf Schlittschuhen ausprobieren. Luise, Katharina, Mika, Augustin und die anderen stehen zwar noch nicht lange auf Kufen, bewegen sich aber schon recht sicher auf dem Eis. Eben genau so, wie es sich für kleine Pinguine – so ihr Gruppenname – gehört. Wer fällt, steht innerhalb von Sekunden wieder auf: hochmotiviert und trotz möglicher blauer Flecken strahlend vor Spaß.

Deshalb kommen diesmal auch Eishockeyschläger und ein Puck zum Einsatz. Mit Dennis Dörner und Gino Blank sind zwei Spieler der Rostocker Piranhas gekommen, um mit den Lütten zu trainieren. Außerdem stehen die Trainerinnen Ivonne Bolt und Melanie Sagert sowie die Nachwuchssportler Louis, Willi und Franzi mit auf dem Eis – alle von der Abteilung Shorttrack des ESV Turbine Rostock. „Natürlich dient unser Besuch hier auch der Nachwuchssuche der Vereine“, sagt Katja Ross, die als Erzieherin aus der Kinderwelt-Kita die Idee zu dem neuesten Projekt hatte. „Schwimmen haben unsere Vorschüler schon gelernt, da dachte ich, es wäre schön, wenn sie auch mal andere Sportarten ausprobieren“, erklärt die Rostockerin, deren elfjähriger Sohn bei den Shorttrackern Erfolge feiert.

Vorteil des Schnuppertrainings für die Kita, das noch bis Ostern geplant ist: „Die Eishalle ist fast leer. Wenn Eltern mit ihren Kindern zum öffentlichen Eislaufen gehen, dann ist es recht voll. Das macht das Ausprobieren schwierig“, sagt Katja Ross. Und die Trainer der Vereine sehen mit geübtem Blick, welcher der Knirpse sich vielleicht für eine sportliche Karriere auf dem Eis eignen könnte. „Eine solche Kooperation war etwas, das wir mit Blick auf unser Nachwuchskonzept grundsätzlich schon lange geplant hatten“, sagt REC-Trainer Tino Liendstedt. Allerdings seien vorher zahlreiche Bedingungen wie die Nutzungszeiten der Halle und der Einsatz von Spielern, die das Kita-Training ehrenamtlich übernehmen, zu klären gewesen.

Grundsätzlich sei der Kufen-Sport aber sehr gut für Kinder ab dem Vorschulalter geeignet, weil er viele Fähigkeiten schule, zum Beispiel Konzentration, Koordination und Reaktionsvermögen. Außerdem machen schnelle Erfolge die Kinder glücklich: Vorschüler Augustin zum Beispiel strahlt, weil er bei den Eishockey-Übungen ein Tor geschossen hat. „Das macht ganz viel Spaß“, sagt der Sechsjährige, während ihm die Schlittschuhe noch mal straff zugebunden werden. Ganz stolz auf ihre kleine Eisläuferin sind auch Sabrina und Ronny Harms. „Luise macht es auch deshalb so viel Spaß, weil die Nachwuchssportler mit auf dem Eis stehen und helfen und selber noch so jung sind“, sagt die Mama. Als sie von der Idee mit dem Eislauf-Projekt in der Kita hörten, seien beide gleich begeistert gewesen. Obwohl der Papa eigentlich eine andere Sportart bevorzugt und selbst Volleyballmannschaften trainiert. Da die Sechsjährige aber so viel Spaß hat, soll nach Ostern nicht Schluss sein. „Wir wissen nur noch nicht genau, wer von uns dann mit ihr aufs Eis muss“, sagt Sabrina Harms.

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