Warnemünder Turmleuchten : Kapitän Simonn drückt den Knopf

An Bord der „Santa Barbara Anna“ ist Kapitän Gerd Simonn der erste Mann. Er startet das Warnemünder Turmleuchten.
An Bord der „Santa Barbara Anna“ ist Kapitän Gerd Simonn der erste Mann. Er startet das Warnemünder Turmleuchten.

Das Geheimnis um den Showstarter für das Turmleuchten ist gelüftet. Die Rostocker Straßenbahn AG informiert über die Fahrpläne. #wirkoennenrichtig

svz.de von
28. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Die Würfel sind gefallen. „Der Show-Starter steht fest“, sagt Torsten Sitte, Regisseur des Warnemünder Turmleuchtens. Diese Ehre wird Neujahr Gerd Simonn, Kapitän der „Santa Barbara Anna“, zuteil. Er drückt den Buzzer, den roten Startknopf für das Spektakel. Das passt gut, denn Kapitän Simonn hat Erfahrungen mit Großereignissen. Schließlich ist sein Schiff seit einiger Zeit die Bühne der Port Partys.

Gerd Simonn ist 76 Jahre alt. „Aber ich fühle mich absolut seetauglich“, beruhigt der Bargeshäger. Seine nautischen Kenntnisse und Erfahrungen erwarb er in der DDR-Volksmarine. „Da hatte ich eine hervorragende Ausbildung“, sagt Simonn. Als Rentner suchte er – wie einige seiner jetzigen Crewmitglieder – auf der „Santa Barbara Anna“ ein maritimes Hobby. „Hier spielte die Sehnsucht nach der Seefahrt eine Rolle“, begründet Simonn. Und das wiederum passt gut zum Motto des diesjährigen Turmleuchtens, das „Sehnsucht“ lautet.

Seit seiner Jugend segelt Simonn. „Der direkte Kontakt zu den Naturgewalten ist auf solchen Schiffen einfach faszinierend“, beschreibt er. Dabei kommt es noch auf Kenntnisse der herkömmlichen Seemannschaft an. Für den Dreimast-Bramsegelschoner „Santa Barbara Anna“ hat er sich entschieden, weil dieses Schiff über Rahsegel verfügt. Das Segeln auf einem gemischt getakelten Schiff war eine neue Herausforderung.

Sechs Jahre ist Simonn auf dem Traditionsschiff der Kapitän. „Da es keinen Nachwuchs gibt, kann oder darf ich nicht loslassen“, sagt er. Er liebt den Job. Von Mai bis Oktober führt er das Schiff. Dazu muss er sicherstellen, dass es eine fachkompetente Crew gibt, Ausrüstung und Ausbildung fallen in seinen Verantwortungsbereich. „Im Winter leite ich die notwendigen Wartungsarbeiten, derzeit liegt der Schoner in der Werft.“

Die Rolle als Showstarter erfüllt Simonn mit Stolz. Zum diesjährigen Motto „Sehnsucht“ sagt er: „Jeder Mensch hat Sehnsüchte, aber für Seeleute nehmen Sehnsüchte einen großen Raum in der Gefühlswelt ein. Einerseits ist da der Drang nach dem abwechslungsreichen Leben der Seefahrt. Andererseits gehört dazu die lange Trennung von den Lieben daheim“, so der Kapitän. „Die erzeugt Sehnsüchte nach Heimat und lieb gewordenen Menschen an Land“, beschreibt er den Spagat. „Seeleute machen oft äußerlich einen harten Eindruck, sind aber innen sensibel. “ Vielleicht mache auch gerade das Wechselspiel der Gefühle die Seefahrt so interessant, überlegt der erfahrene Kapitän.

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