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#wirkoennenrichtig vereine : Junge Männer mit altem Liedgut

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Rostocker Blowboys-Chor begeistert die Zuhörer in der Hansestadt und dem Land

Innerhalb der Veranstaltungsreihe Aquanostra im Kornhaus Bad Doberan, auf dem 20. Festival der Seemannslieder in Berlin und am 16. Juli bei den Reriker Hafffesttagen hatten sie ihre letzten Auftritte. Am 6. August sind sie in Stralsund beim „Seglarträff“ der Traditionssegler dabei.

Die Blowboys haben seit ihrem eher zufälligen Zusammenschluss vor rund zweieinhalb Jahren die angestammte maritime Musikszene in Rostock, Mecklenburg-Vorpommern und darüber hinaus mächtig aufgemischt. „Wir sind jung an Jahren und jung im Geschäft. Und das Singen maritimer Lieder macht uns unglaublich viel Spaß“, sagt Max Piotraschke, der die Gründung des Chores eher ungewollt angestoßen hat. Denn für seine Akkordeon-Abschlussprüfung an der Hochschule für Musik und Theater (HMT) Rostock benötigte er gesangliche Unterstützung, die ihm Studenten des Kammerchors sofort zusagten. Nach den gemeinsamen Proben war die Chorgründung die logische Schlussfolgerung. Und bei der Namensfindung kam der Refrain des bekannten Shantys De Hamborger Veermaster ins Spiel, denn da heißt es: „Blow Boys, blow for Californio!“

„Unser abwechslungsreiches Repertoire besteht neben bekannten norddeut-schen Klassikern des maritimen Liedguts auch aus Stücken internationaler Seefahrtsmusik. Wir bringen anspruchsvolle vierstimmige Sätze zu Gehör, wahlweise a-capella oder begleitet von Akkordeon, Klavier oder Gitarre“, sagt der künftige Lehrer Malte Zylmann.

Bei der Auswahl ihrer Lieder und allen weiteren das Ensemble betreffenden Entscheidungen üben die Mitglieder des jungen Shantychors aus Rostock Demokratie. Denn vor dem Einstudieren wird diskutiert, ob das neue Lied, das durchaus auch mal ein Volkslied sein kann, zu den Blowboys passt. „Jeder hat Stimmrecht“, betont Max Piotraschke, der mit seinen sangesfreudigen Kumpels regelmäßig in der HMT probt.

Im vergangenen Jahr hatten die zwölf jungen Männer, die zwischen 25 und 35 Jahre alt sind, 35 Auftritte; neben dem Studium oder dem Job als Klavierbauer, Sozialpädagoge, Doktorand oder Lehrer. Inzwischen sind sie so gefragt, dass die Angebote ins Haus flattern. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um einen Auftritt im Altenheim in Rostock-Stadtweide, im Heimatmuseum Warnemünde, bei einer Familienfeier oder auf einem Festival handelt.

Denken die Chormitglieder drei Jahre zurück, dann schien es ihnen damals un-denkbar, sich mit maritimer Musik zu beschäftigen. Das war in ihren Augen eher etwas für alte Seebären. Inzwischen sehen sie das ganz anders und sind überrascht, wie viele Songs es in diesem Bereich gibt. Für die ausgebildeten Musiker ist es eine Herausforderung, diese teils neu zu arrangieren und das Publikum zu begeistern. Beifall ist stets garantiert, zumal die Jungs auch schauspielerisches Talent beweisen. Ausgezeichnet für ihre moderne Interpretation altbekannter Songs wurden sie 2016 beim internationalen Chorwettbewerb Festival Coral de Verão in Lissabon mit der Goldmedaille in der Kategorie Folklore. Und beim 18. Shantychortreffen in Zingst gewannen sie den Publikumspreis.











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