Rostock : Jugendclub plant die Zukunft

Sind im Pablo Neruda-Klub in Evershagen für die Kinder und Jugendlichen da: Detlev Hübner, Christina Manthey und Holger Krause (von links).
Sind im Pablo Neruda-Klub in Evershagen für die Kinder und Jugendlichen da: Detlev Hübner, Christina Manthey und Holger Krause (von links).

Möglicher Campus in Evershagen für Hort, Grundschule und Pablo Neruda-Treff im Gespräch. #wirkoennenrichtig

svz.de von
15. Februar 2018, 12:00 Uhr

Eishalle, Alpincenter, Hansedom – sportlich sind die Ausflüge, die das Team vom Jugendclub Pablo Neruda in Evershagen in den Winterferien anbietet. Viel wichtiger als die Tagestouren sind den 7- bis 25-Jährigen aus dem Stadtteil aber die regelmäßigen Öffnungszeiten des ältesten Jugendclubs der Hansestadt. „Hier finden sie einen Rückzugsraum von den Anforderungen im Elternhaus und in der Schule“, weiß Holger Krause, was die Mädchen und Jungen in die Ehm-Welk-Straße 23 führt.

Zusammen mit Detlev Hübner und Christina Manthey sorgt der Hausleiter dafür, dass sich der pädagogische Einfluss der Sozialpädagogen fast unbemerkt ins alltägliche Miteinander einfügt. Feste Regeln bilden deshalb nur das Jugendschutzgesetz sowie Drogen- und Gewaltfreiheit, bestehende Termine sind das Tanztraining, Kochen und Backen – der Rest entwickele sich je nach Bedarf der Besucher. „Aber wir können ja auch beim Kochen etwas vermitteln – das ist auch Mathe, Lesen und Chemie“, sagt Detlev Hübner. Er ist seit 25 Jahren im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Die Probleme des Nachwuchses wären über Generationen fast immer gleich. Auffallend sei aber, dass es vielen Eltern immer schwerer fallen würde, die Eigenbeiträge für Ausflüge zu zahlen.

Dabei sind diese durch den Träger des Clubs, den Verein Jugendwohnen Hansestadt Rostock, schon subventioniert. Durch die Hansestadt sowie den Europäischen Sozialfonds seien die Miete für das 1974 errichtete Gebäude sowie zweieinhalb Personalstellen gesichert. Pro Jahr muss der Trägerverein dennoch 10 000 Euro Eigenanteil aufbringen, um das Haus mit Leben zu füllen. Krause ist deshalb dankbar für Unterstützer wie die Mecklenburgische Versicherung, die ihm jetzt eine Spende über rund 1550 Euro zukommen ließ.

Wie es für den Pablo weitergeht, ist derzeit auch Thema zwischen dem Eigenbetrieb Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) und den zuständigen Ämtern. „Der aktuelle Standort in Umgebung direkter Wohnbebauung ist für die Nutzungsbelange des Clubs nicht optimal“, so KOE-Sprecherin Josefine Rosse. Außerdem weise die Immobilie bauliche Probleme auf. Seit gut zwei Jahren ist ein möglicher Umzug des Clubs in die ehemalige Berufsschule Maxim-Gorki-Straße 67 im Gespräch, die derzeit vom Institut Lernen und Leben als Hort genutzt wird. Nach der Sanierung des Objektes sei auch eine Campus-Lösung mit Hort, Grundschule und Jugendclub in dem dreigeschossigen Gebäude denkbar. Pablo-Hausleiter Krause wünscht sich nur, frühzeitig in die Planungen mit einbezogen zu werden. „Denn wir wissen, was die Jugendlichen brauchen.“



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