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#wirkoennenrichtig lokal : Jürgen zapft für seine Kumpels

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Das Reifer Eck überzeugt mit seinem typischen Eckkneipen-Charme / Für den Skatverein ist die Bar das zweite Zuhause

svz.de von
erstellt am 10.Mär.2017 | 15:00 Uhr

Am Dartautomaten wird um die nächste Runde Getränke gezockt und ein leckeres Bier leitet den Feierabend ein. Wer ins Reifer Eck kommt, spürt sofort die entspannte Atmosphäre, die zum Abschalten einlädt. Sie entsteht schon durch die schlichte, aber zweckmäßige Einrichtung des Lokals. Ein paar Tische, dazu Stühle und zwei Dartautomaten, mehr braucht es nicht. Statt Bilder hängen Pokale an den Wänden der Kneipe. Die hat der Skatverein gewonnen, der das Reifer Eck zu seinem Stammlokal auserkoren hat.


Mehr als nur Gastfreundschaft


Für eine gute Stimmung sorgt auch Kneipenchef Jürgen Simon: Er begrüßt jeden Besucher mit einem Handschlag und hat immer ein offenes Ohr für seine Gäste, die er mittlerweile als gute Freunde schätzt. Ist die Kneipe auch noch so voll, ein kurzer Schnack muss immer sein. Es sind Gesten wie diese, welche ihm seine Kunden hoch anrechnen und deshalb kommen sie immer wieder. Gerne mehrmals in der Woche. Fast schon zum Inventar zählt der Skatverein Nordische Löwen, der bereits seit 1991 existiert. Jeden Freitag pünktlich um 18.30 Uhr haben sie ihren Auftritt, wenn das wöchentliche Skatturnier beginnt. „Dann ist das Haus natürlich voll und die Kapazitäten des Spielraumes ausgelastet“, sagt Jürgen Simon. „Aber auch Neulinge sind willkommen und dürfen gerne mitspielen. Hier ist jeder willkommen und erwünscht“, sagt der Kneiper, der das Reifer Eck bereits seit 2009 führt.

„Viele, die hier vorbeikommen, trauen sich zunächst nicht in die Kneipe rein, weil sie glauben, dass hier eine eingeschworene Gruppe herrscht. Dem ist aber nicht so“, versichert Simon. „Wer ins Reifer Eck kommt, wird herzlich empfangen und aus Fremden werden bald Freunde.“ Dabei könnte die Kundschaft im Reifer Eck unterschiedlicher nicht sein. „Von Rentnern über viele Selbstständige bis zu Anwälten und Richtern ist hier alles vertreten. Burschenschaften aber auch Studenten aus den umliegenden Wohnheimen lassen sich häufig blicken. Hier braucht man sich nicht zu verstellen und kann sein, wie man ist.“ Auch bei Urlaubern ist das Reifer Eck schwer angesagt. „Viele kommen hier das erste Mal vorbei, wollen nur kurz etwas trinken und bleiben dann doch länger als geplant. Bei einem guten Bier und einer entspannten Runde Darts lernt man sich am besten kennen“, erzählt der gebürtige Rostocker.


Bardame mit Organisationstalent


Dadurch sind Freundschaften entstanden, die nun bereits seit Jahren existieren. „Man kennt sich privat und hilft sich gegenseitig.“ Wenn der Chef mal alle Hände voll zu tun hat, kann er sich stets auf Bardame Jennifer, von allen nur Jenny genannt, verlassen. Sie ist seit 20 Jahren in der Gastronomie tätig und somit Expertin auf ihrem Gebiet. Aber nicht nur als Gastronomin weiß sie, was sie tut, auch als Hobbypsychologin hat sie den richtigen Riecher und weiß genau, wo bei den Gästen der Schuh drückt: „Viele kommen auch einfach her, um ihren Frust abzuladen und dann versuche ich natürlich, einen guten Rat parat zu haben“, sagt Jenny Burkert. Im Reifer Eck arbeitet sie bereits seit vier Jahren und weiß genau, wie sie mit den Gästen umzugehen hat. „Gerade als Frau braucht man ein starkes Fell und darf sich nicht unterkriegen lassen. Man muss sich organisieren können“, sagt sie. Dass sie diese Art von Organisation perfekt beherrscht, zeigt sich bei jeder Bestellung sofort. Kaum ist das nächste Bier bestellt, ist es nur wenige Augenblicke später beim zufriedenen Gast.


Hier pfeift der Fuchs


Nicht nur Bier, sondern auch ein anderes Getränk schenkt Jenny ganz besonders häufig aus: den Fuchs. Das ist ein Kräuterlikör von der Marke Fleminger Jagd. Besonderes Merkmal ist ein Fuchskopf auf dem Etikett. Wer dieses alkoholische Getränk möchte, bestellt ganz einfach einen Fuchs. „Wir wissen dann sofort, was der Gast meint“, erzählt Jenny Burkert.

Michael Bastian trinkt keinen Fuchs, lieber Whisky. Als Spielleiter der Nordischen Löwen lobt er ganz besonders die Loyalität der Kneipe zum Skatklub. „Wir können uns immer auf ihn verlassen. Wenn wir für Turniere üben müssen, steht uns der Spielraum immer zur Verfügung. Das ist großartig.“ Auch Stammgast Guido Wolf ist regelmäßig im Reifer Eck zu finden. „Dem Arbeitsalltag entfliehen, Spaß haben, dumm rumlabern ist doch genau das Richtige nach einem langen und harten Arbeitstag“, sagt er und schaut mit einem verschmitzten Grinsen zu seinem Dartkumpel. Dann ist der gelernte Koch wieder an der Reihe und versucht die laufende Partie doch noch für sich zu entscheiden.



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