zur Navigation springen

Rostock : Jeder sechste Haushalt gilt als einkommensreich

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

...aber immer noch jeder zehnte als armutsgefährdet: Stadt wertet Bürgerbefragung aus. Einwohner wollen neue Schwimmhalle #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 01.Aug.2017 | 08:00 Uhr

Zwei Drittel der Rostocker fordern eine zusätzliche Schwimmhalle. Das ist ein Ergebnis der Kommunalen Bürgerumfrage 2016. Aus den knapp 3100 beantworteten Fragebögen geht außerdem hervor: Mehr als jeder sechste Haushalt gilt im stadtinternen Vergleich als reich, jeder zehnte als armutsgefährdet.

Einkommen

Im Schnitt stehen Rostocks Haushalten monatlich 2400 Euro netto zur Verfügung. Das bereinigte Pro-Kopf-Nettoeinkommen beträgt 1615 Euro. Beim unteren und oberen Viertel sind es weniger als 1250 beziehungsweise mehr als 2080 Euro. Seit 2007 ist das Pro-Kopf-Einkommen damit um 503 Euro gestiegen. Am meisten verdienen die 45- bis 54-Jährigen.

Die Wohngebiete mit den höchsten Durchschnittseinkommen sind Gartenstadt/Stadtweide, Stadtmitte, Brinckmansdorf und Rostock-Heide/-Ost. Dort gibt es auch den höchsten Anteil Erwerbstätiger. Am Ende der Skala finden sich hingegen Dierkow-Neu, Schmarl, Groß Klein und Lütten Klein.

Als armutsgefährdet gelten stadtweit elf Prozent der Haushalte. Das heißt, ihr bereinigtes Einkommen beträgt 60 Prozent oder weniger des Durchschnittswerts, umgerechnet 969 Euro. In Dierkow-Neu, Schmarl und Lütten Klein fällt mehr als jeder Fünfte in diese Kategorie. Überhaupt keine Armutsgefährdeten finden sich in Biestow und Gehlsdorf.

Umgedreht gelten 16 Prozent der Rostocker Haushalte als einkommensreich. Das heißt, sie verfügen über 150 Prozent und mehr des Durchschnittswerts, umgerechnet 2422 Euro. Die meisten Spitzenverdiener finden sich in Rostock-Heide/-Ost, Gartenstadt/Stadtweide und Warnemünde.

Miete

Drei von vier Haushalten leben zur Miete. Im Schnitt zahlen sie 571 Euro pro Monat, 2007 waren es noch 458 Euro. Im Vergleich zu den Vorjahren sind die Quadratmeterpreise weiter gestiegen, auf 6,16 Euro bei der Nettokaltmiete und auf 8,47 Euro bei der Gesamtmiete. Am teuersten sind Warnemünde, die Kröpeliner-Tor-Vorstadt und Stadtmitte, am billigsten Dierkow-Neu, Schmarl und Groß Klein.

Sport

Mit 74 Prozent am aktivsten sind die Bewohner des Hansaviertels. In Schmarl hingegen treiben nur 36 Prozent Sport. Insgesamt sind drei von fünf Rostockern aktiv. Dabei gilt die Faustregel: Je höher das Einkommen, desto höher der Bewegungsdrang. Am liebsten fahren die Rostocker Fahrrad, gefolgt von Joggen, Schwimmen und Fitnesstraining.

Einen Schwimmhallenneubau sehen zwei Drittel der Befragten als notwendig an. Die meisten von ihnen sprechen sich für einen Anbau an die Neptun-Halle aus, viele aber auch für Lütten Klein als Standort.

Kultur

Jeder zweite Rostocker geht nie ins Theater, 44 Prozent weniger als sechsmal im Jahr, nur sieben Prozent häufiger. Der Anteil der Komplettverweigerer hat sich damit im Vergleich zu 2013 um zehn Prozent erhöht. Den Großteil der verbliebenen Besuchswilligen stellen Schüler und Studenten. Ähnlich schlechte Werte verbuchen Galerien und Ausstellungen. Hauptgründe sind fehlendes Interesse, Zeitmangel und als zu hoch empfundene Eintrittspreise. Am beliebtesten sind bei den Rostockern Kino-, Zoo- und Konzertbesuche. Sie erreichen rund 80 Prozent der Einwohner.

Problemfelder

Die größten Defizite identifizieren die Befragten bei öffentlicher Sicherheit, Verkehr, Immobilienmarkt, Ordnung und Sauberkeit sowie Infrastruktur und Städtebau.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen