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Rostock : Ist die Zukunft der IHK gefährdet?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Vizepräsident Hinrich Wolff sieht Handlungsbedarf. Er verlässt die Kammer zu Rostock #wiekoennenrichtig

von
erstellt am 30.Jan.2017 | 21:00 Uhr

„Die Kammer muss sich verändern“, sagt Hinrich Wolff, Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer zu Rostock. Sie sei zwar gut geordnet und finanziell aufgestellt. Aber würde sie nicht moderner, mehr Wechsel in Führungspositionen, Platz für junge Leute und neue Ideen machen, würden Kritiker zunehmen und die stabile Situation sich in einen absteigenden Ast wandeln.

Gestern fanden die letzte Präsidiumssitzung und die letzte Vollversammlung in aktueller 45 Personen starker Besetzung statt. Am 13. März wird nach fünf Jahren neu gewählt. Wolff tritt nicht mehr an, nach 15 Jahren ehrenamtlichem Einsatz für die Kammer – „auch auf Bitten von Claus Ruhe Madsen nicht“. Mit dem ehrenamtlichen IHK-Präsidenten, Geschäftsführer von Möbel Wikinger, arbeitete Wolff gut zusammen. Was Wolff, selbst Managing Director der Deutschen Bank MV, sich wünscht: „Positionen in der Kammer sollten auch mit Leuten aus der Wirtschaft besetzt werden“ – die wüssten, was Unternehmer bräuchten. „Wir haben viel Pech gehabt mit den Geschäftsführern“, sagt der 58-Jährige. In der IHK hätten viele Mitarbeiter seit Jahren die gleichen Positionen inne. „Das ist in Zeiten des innovativen Wandels ein Hemmschuh.“ Wolff ist der Meinung, dass förderungswürdige junge Mitarbeiter durchaus eine Zeit in Unternehmen arbeiten oder über die Auslandsorganisation AHK neue Erkenntnisse gewinnen sollten.

„Es ist wichtig, dass das Hauptamt dem Ehrenamt kommunikativ gegenübersteht.“ Elementar sei, dass das neue Präsidium, die neue Vollversammlung vertrauensvoll hinter dem Präsidenten steht. „Jetzt wird es komplexer. Wir stehen vor größeren Herausforderungen.“ Ignorieren ließen sich vor allem nicht die Kammerkritiker, Unternehmer, die sagen „Was macht ihr denn überhaupt für mich?“, aber ebenso Zusammenschlüsse wie der Bundesverband für freie Kammern, der Pflichtmit-gliedschaften hart kritisiert. Selbst in dessen Augen stünde die IHK zu Rostock gar nicht so schlecht da. Sie müsse nur mehr deutlich machen, was sie tut, Berufsausbildung, Beratungen. Die Beiträge müssten runtergehen und die Gebühren von der Nutzung der Angebote der IHK abhängig sein, so Wolff. Unvermeidlich sei auch: „Der Weg in die Digitalisierung – dafür müssen alle drei Kammern des Landes zusammenarbeiten“.

Die IHK müsse sich auf den Prüfstand stellen. „Im Hauptausschuss haben wir vorgeschlagen, eine externe Beratungsgesellschaft zu beauftragen.“

Die Kammer

Die IHK zu Rostock ist zuständig für die Hansestadt, den Landkreis Rostock sowie Vorpommern Rügen. Sie vertritt 36 000 Firmen.

Mindestgrundbeitrag für Kleingewerbetreibende (nicht im Handelsregister): 29,75 Euro p.a., für Unternehmen: 119 Euro
58 Prozent der Unternehmen zahlen nur bis zu 3 Euro im Monat

Hauptgeschäftsführer: Jens Rademacher

 

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