Rostock : Ist das Bewohnerparken in Gefahr?

In der Grubenstraße (hier Ecke Krämerstraße) besteht die Anwohnerzone von 8 bis 18 Uhr.
In der Grubenstraße (hier Ecke Krämerstraße) besteht die Anwohnerzone von 8 bis 18 Uhr.

In Östlicher Altstadt gerät das vorgeschriebene Stellplatz-Verhältnis in Schieflage. Amt bleibt offizielle Stellungnahme schuldig #wirkoennenrichtig

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07. Februar 2018, 05:00 Uhr

Immer mehr Parkplätze werden gebührenpflichtig und das nun oft bis 20 Uhr. Betroffen ist insbesondere die Östliche Altstadt, wo diese Stellplätze auch nicht mehr für Bewohnerparken zur Verfügung stehen. Anwohnern stellt sich daher die Frage: Ist das Bewohnerparken in der Östlichen Altstadt in Gefahr? Aus dem Amt für Verkehrsanlagen kommt dazu, trotz mehrfacher Nachfrage, keine Stellungnahme.

„Das Bewohnerparken in der Östlichen Altstadt könnte kippen.“ Diese Aussage war aus Amtskreisen schon in der Dezembersitzung des Ortsbeirates Stadtmitte durchgesickert. Die Bestätigung oder Widerlegung dessen lässt das Amt für Verkehrsanlagen aber bis heute aus. Intern habe es allerdings eine Richtung vorgegeben. „Die grüne Karte wird meines Wissens nicht wegfallen“, sagt der kommissarische Ortsbeiratsvorsitzende Andreas Herzog (SPD), „das wäre auch fatal, ein Chaos“. Seine Kenntnis habe er aus einem Hintergrundgespräch zwischen Beirat und dem Leiter des Amtes, Heiko Tiburtius.

Hintergrund der Besorgnis ist das Verhältnis der Bewohnerparkausweise zu vorhandenen Stellplätzen, zu dem es rechtliche Vorgaben gibt. Mike Wiedow, Sachgebietsleiter für Verkehrsbehördliche Aufgaben, bestätigt zum Bewohnerparken in Stadtmitte: „Die grundsätzliche bestehende Problemlage des angespannten öffentlichen Parkraums konnte nicht entschärft werden und besteht fort.“ Das gilt seit Jahren für die Bewohnerparkausweise im Zentrum (A2). 2015 kamen dort 4,3 Bewohnerparkausweise auf einen Stellplatz, erlaubt sind 3. Deswegen dürften Berechtigte aus A2 jetzt auch in A1, der Nördlichen Altstadt, parken, erklärt Wiedow.

Nun verschärft sich anscheinend auch das Verhältnis in der Östlichen Altstadt. Laut Herzog sei das Amt kreativ und weise Plätze am Rand der Östlichen Altstadt für Bewohner aus. „In der Summe dürfen tagsüber in einem Bewohnerparkgebiet nicht mehr als 50 Prozent der öffentlichen Parkplätze für Bewohner reserviert werden“, informiert das Amt – nicht aber wie viele mindestens. Die Waage scheint schwer zu halten. In Stadtmitte waren Parkplätze Am Wendländer Schilde, Petrischanze und Alter Markt für Bewohner weggefallen und in kostenpflichtige umgewandelt worden. Und es wird noch kritischer: Mit dem Gesamtverkehrskonzept von Dezember 2017 „ist grundsätzlich vorgesehen, die gebührenpflichtige Bewirtschaftung in der gesamten Innenstadt und in Warnemünde auf einheitliche Zeiten von 8 bis 20 Uhr festzusetzen“, so das Amt. Das überarbeitet gerade die Parkgebührenordnung und will diese demnächst vorstellen.





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