zur Navigation springen

Angebot für Sammler : In die Pilze, fertig, los!

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Seit 1986 berät Veronika Weisheit Sammler zu ihren Funden #wirkoennenrichtig

svz.de von
erstellt am 24.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Auch wenn es sie das ganze Jahr über gibt, beginnt jetzt die Hauptsaison für Pilze oder vielmehr für die Pilzsammler. „Die Hochzeit ist etwa von August, September bis November“, erklärt Veronika Weisheit. Und die Rostockerin muss es wissen, denn sie hat ein Auge für die Röhrlinge und Lamellengewächse. Seit 1986 ist sie ehrenamtlich als Pilzberaterin tätig, seit 2000 für den Bereich des Altkreises Bad Doberan.

Im September starten sie und ihre drei Kollegen – Karsten Pätz in der Münsterstadt sowie Christoph Kretschmer aus Teterow und Klaus Warning aus Bützow für den Bereich Güstrow – die Beratungen im Landkreis und bestimmen die Funde, bei denen sich die Sammler nicht sicher sind. „Bis Ende Oktober sind wir jedes Wochenende im Kornhaus vor Ort, mit Ausnahme von zwei Wochenenden“, so die 65-Jährige.

Wer seine Beute zu den Experten bringt, sollte grundsätzlich alle Pilze vorlegen. „Ich kann ja nichts bestimmen, was noch im Auto liegt“, sagt Weisheit. Zudem rät sie, den ganzen Pilz mitzunehmen, ihn vorsichtig samt Stumpf auszugraben, anstatt abzuschneiden. „Gut ist, wenn man ein junges und älteres Exemplar mitbringt.“ Und noch ein paar wichtige Tipps hat die Rostockerin: „Man sollte nicht alles in einem Korb sammeln, sondern lieber getrennt nach bekannten und unbestimmten Arten. Und die Pilze, die man kennt, kann man schon im Wald putzen.“

Die meisten giftigen Exemplare unter den geschätzt 6000 Großarten-Pilzen im mitteleuropäischen Raum gibt es bei den Lamellenpilzen, unter den Röhrlingen finden sich keine tödlich giftigen Vertreter. „Deshalb werden diese auch lieber gesammelt“, erzählt Veronika Weisheit. Aber auch bei vermeintlich bekannten Lamellenpilzen kommt es immer wieder zu Verwechslungen. „Die meisten Irritationen gibt es beim Champignon. Denn es gibt auch giftige Arten“, warnt die Pilzexpertin. So hat sich der Karbol-Egerling ausgebreitet und wird oft für einen Wiesen- oder Anis-Champignon gehalten. „Um den Karbol-Egerling zu erkennen, kann man am Stil oder Hut reiben, dann verfärbt er sich zitronengelb“, rät die Rostockerin, die als Symptome Erbrechen und Durchfall nennt.

Auch beim Steinpilz kann es zu Verwechslungen mit dem Gallenröhrling kommen. „Er sieht von oben aus wie ein Steinpilz und fasst sich auch so an. Allerdings ist er vom Geschmack her bitter. Um das zu testen, reicht es, an den Röhren zu lecken.“

Wie die Pilzhauptsaison 2017 wird, werde sich noch zeigen. Denn: „Das Aufkommen ist regional unterschiedlich. Im Juli war es sehr gut. Sogar in den Wohngebieten hat man welche gefunden. Aber der Hütter Wohld beispielsweise ist jetzt leer“, berichtet Weisheit, die selbst viel in den Wäldern unterwegs ist und immer neue Gebiete erkundet. Neben den bekannten Gebieten Kellerswald, Kühlung, Rostocker Heide und Hütter Wohld ist die Nossentiner Heide einer ihrer Geheimtipps.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen